Stadt, Land, Bank – aus der Welt der Berliner Volksbank

Berliner Volksbank Blog - Stadt, Land, Bank – aus der Welt der Berliner Volksbank

Einer für alle, alle für einen

Mit einem ganz besonderen Jubiläum kann das FinanzCenter Oranienburg aufwarten: Center-Leiter Ronny Schmidt und sein Team feiern an diesem Tag die Gründung des „Vorschuss-Vereins Oranienburg“ vor 150 Jahren. Dieser war am 10. April 1862 von mehreren Kaufleuten ins Leben gerufen worden, um der drohenden Verarmung im Zuge der industriellen Revolution Einhalt zu gebieten. Denn die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts beginnende Industrialisierung trieb immer mehr Handwerker und Gewerbetreibende in den Ruin, weil sie von den Banken als nicht kreditfähig eingestuft wurden. Am 6. Oktober 1862 fand dann die erste Generalversammlung des Vorschuss-Vereins mit 20 konstituierenden Mitgliedern statt. Als Motto wählte man die Begriffe Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung: die Grundgedanken des Genossenschafts-Pioniers Hermann Schulze-Delitzsch. Sein Motto „Einer für alle, alle für einen“ fiel überall auf fruchtbaren Boden.

Anfang 1875 gehörten schon 224 Bürger dem Verein an. Unternehmer, Handwerker, Kleingewerbetreibende und Arbeiter waren von den Zielen überzeugt. Die Freude über den Erfolg wurde allerdings von einigen darauf folgenden Rückschlägen getrübt. 1875 erlitt der Verein erhebliche Verluste durch von ihm erworbene Aktien der Berliner Nordbahn. Zur Deckung mussten der gesamte Reservefonds aufgezehrt und zwanzig Prozent der Anteile der Mitglieder eingesetzt werden. Einige Aktionäre nahmen sich deswegen sogar das Leben. Im Volksmund hieß es darauf: Nordbahn – Mordbahn.

Kassierer muss Beute ersetzen

1882 wurde in die Vereinskasse eingebrochen. Die Beute in Höhe von 3.625 Mark musste – für uns heute unvorstellbar – der damalige Kassierer selbst ersetzen. Jahre später übertrug er zur Tilgung seiner Schulden sein Grundstück, auf dem der Vorschuss-Verein ein eigenes, modernes Kassenlokal errichtete.

Mit 708 Mitgliedern im Jahr 1911 und einem beachtlichen jährlichen Umsatz von 27 Mio. Mark (im Vergleich zu 4,2 Mio. Mark im Jahr 1899!) entwickelte sich die Oranienburger Volksbank erfolgreich weiter – bis 1914.

Chaos durch Inflation

Mit Beginn des ersten Weltkrieges wurde der größte Teil des männlichen Personals der Bank und auch ihrer Kunden zum Kriegsdienst einberufen. Allein aus dieser Tatsache ergaben sich gravierende Engpässe. Die Finanzierung des Krieges überforderte das ganze Land und stürzte es am Ende in eine Hyperinflation. Eine gigantische Geldentwertung führte zu enormem Chaos, das auch die Banken – unter ihnen die heutige Filiale Oranienburg der Berliner Volksbank – vor unlösbare Probleme stellte. Erst mit der Einführung der Rentenmark 1923 wurde dem ein Ende gesetzt. Die Oranienburger Bank e.G.m.b.H. stabilisierte sich erfolgreich, bis am Ende der „goldenen Zwanziger“ die Weltwirtschaftskrise ausbrach und für wieder für neues Elend sorgte.

Schreckliche Geschehnisse

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 begann das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte. Auch in der Oranienburger Bank änderten sich die Verhältnisse gravierend. Ab 1936 kam es durch die Bank zu verstärkter Kreditierung von Heeres- und Bauaufträgen zum neu entstehenden Konzentrationslager Sachsenhausen.

Der zweite Weltkrieg brachte Tod und Entsetzen über Europa – und auch über Oranienburg, das wegen der hier ansässigen, am Atomforschungsprogramm beteiligten Auerwerke noch kurz vor Kriegsende so stark bombardiert wurde, dass bis heute in einem Ausmaß wie in keiner anderen Stadt Deutschlands immer wieder Bomben aus dieser Zeit gefunden werden und entschärft werden müssen.

1945 wurden zunächst alle Banken geschlossen. Im darauf folgenden Jahr erhielt die Oranienburger Bank von der sowjetischen Stadtkommandantur die Genehmigung zur Wiedereröffnung, nun als Oranienburger Bank für Handel und Gewerbe e.G.m.b.H., ab 1974 als Genossenschaftsbank für Handel und Gewerbe der DDR – Oranienburg.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands fusionierte die Bank 1991 schließlich mit der Berliner Volksbank. Heute haben wir in Oranienburg ein modernes FinanzCenter, in dem 22 Mitarbeiter ihre Kunden beraten.

Rundum schöner Tag der offenen Tür

Am 10. April wurde der 150-jährige Geburtstag einen Tag lang ausgiebig gefeiert. Das Team des FinanzCenters überraschte ihre Mitglieder mit einem Tulpengruß und kredenzte den Kunden Sekt und Orangensaft. Übrigens brachten auch die Kunden Geschenke mit!

Aktivitäten im Jubiläumsjahr

Im Jubiläumsjahr engagieren sich Ronny Schmidt und sein Team für zahlreiche Aktivitäten in und um Oranienburg:

  • Lange Shopping-Nacht “Koofen & Schwoofen”
    27. April 2012, 18:00 bis 22.00 Uhr
    Zum zweiten Mal laden die Händler in der Oranienburger Innenstadt mit kleinen und großen Angeboten zur langen Shopping-Nacht ein. Für das leibliche Wohl ist gesorgt. Eine Bühne am Boulevard/Bernauer Straße garantiert einen unterhaltsamen Abend.
  • STREETSOCCER CUP – Stadtsportfest Oranienburg
    16. Juni 2012, 10:00 bis 15:00 Uhr, Sportplatz der Havelschule
    Autogrammstunde mit Herthinho (12:30 bis 13:30 Uhr)
    Es wird kleine Preise von HERTHA BSC, dem Georg-Mendheim-Oberstufenzentrum OSZ, der Stadt Oranienburg und der Berliner Volksbank geben. Anmeldungen unter streetsoccercup@gmosz.de.
  • Aktion “Lichternacht”
    26. Oktober 2012, 18:00 bis 22:00 Uhr
    Alljährlich zieht die Lichternacht mit dem großen Laternenumzug tausende Menschen in die Oranienburger Innenstadt.
VN:F [1.9.19_1165]
Bewerten Sie diesen Beitrag (5 Sterne hoch, 1 Stern niedrig)
Bewertung: 5.0/5 (5 Bewertungen abgegeben)
Einer für alle, alle für einen , 5.0 out of 5 based on 5 ratings
Kategorie: Bank & Leute
Thema:

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *

*