Keine Pressemitteilung, sondern ein Wort an unsere Kunden: Filialschließungen wie Anfang Juni in Lindow sind in Einzelfällen nicht vermeidbar, sondern Teil eines permanenten Prozesses, mit dem wir unser gesamtes Filialnetz im Sinne der Nachfrage unserer Kunden ausrichten.
Auch bei der Berliner Volksbank sind von Zeit zu Zeit Standortschließungen unumgänglich.
Der Grund dafür liegt in strukturellen Anpassungen. Was nach einer Ausrede im besten Pressemitteilungsdeutsch klingt, möchten wir hier erläutern. Denn sowohl der Bankalltag im allgemeinen, als auch das Umfeld eines Standortes im besonderen unterliegen einem stetigen Wandel, dem wir uns nicht entziehen können.
Im Zuge von Digitalisierung und Automatisierung lassen sich heute zahlreiche Bankprozesse ohne unsere Mitarbeiter vornehmen. Das Spektrum reicht vom Online-Banking bis zur ständig modernisierten Ausstattung im SB-Bereich wie zum Beispiel mit Automaten für die Bargeld-Einzahlung; seit kurzem sogar für Münzen. Letzteres entspricht übrigens auch einem dringenden Wunsch unserer Kunden, die rund um die Uhr auf diesen Service zugreifen möchten, und wir investieren kontinuierlich in den Ausbau unserer Ausstattung.
Während vor einigen Jahrzehnten noch jeder einzelne Bankvorgang persönlich zwischen Kunde und Mitarbeiter abgewickelt werden musste, lassen sich Routine-Tätigkeiten längst automatisiert durchführen. Im Ergebnis heißt das: Kunden und Mitarbeiter werden bei alltäglichen Vorgängen entlastet. Intensiver und aufwändiger dagegen wird die Beratungsleistung. Gesetzliche Vorgaben erfordern heute eine viel ausführlichere und tiefgreifendere Auseinandersetzung mit dem persönlichen Hintergrund eines Kunden, als dies früher der Fall war.
‘Weniger, aber mehr Beratung’
Kunden und Mitarbeiter haben also heute weniger quantitativ, sondern viel mehr qualitativ miteinander zu tun. In anderen Worten: Man sieht sich seltener, aber wenn man sich trifft, dann intensiver. Hier haben sich das Tätigkeitsfeld unserer Mitarbeiter wie auch die Nachfrage nach unseren Leistungen stark verändert. Auch diese Aspekte fließen in die Planung unserer Standorte und in die Struktur unseres Filialnetzes ein.
Zusätzlich zu diesen allgemeinen Entwicklungen liegt jede einzelne Filiale auch in ihrem eigenen Mikrokosmos des direkten Umfelds, das sich teilweise erheblich ändert. Zum Beispiel wandelt sich die Bevölkerungsstruktur von städtischen Bezirken oder ländlichen Gegenden, was sich wiederum auf die Auslastung unseres Standortes auswirkt. In manchen Arealen verschiebt sich der Schwerpunkt vom Wohnen zum Arbeiten oder umgekehrt.
Diese Veränderungen wirken sich natürlich auf unsere Filialen aus. Insbesondere in ländlichen Gegenden kann in seltenen Fällen die Nachfrage nach unseren Leistungen so stark nachlassen, dass ein Standort nicht mehr rentabel zu betreiben ist. Mit Anfang Juni dieses Jahres mussten wir zum Beispiel die Filiale Lindow schließen. Was für die meisten Kunden kein Problem darstellt, da sie ohnehin unser nahegelegenes FinanzCenter in Neuruppin nutzen, ist für die älteren und weniger mobilen Einwohner von Lindow leider eine große Unannehmlichkeit. Wir bedauern diese Umstände sehr, aber wir sind – gerade auch als genossenschaftliches Unternehmen – verpflichtet, im Sinne aller unserer Kunden und Mitglieder rentabel zu wirtschaften.
Das ganze Netz im Auge behalten
Der Betrieb unseres Filialnetzes entspricht einem Prozess permanenter Feinjustierung. Service, Ausstattung, Teamgröße pro Standort und in der gesamten Standortverteilung werden regelmäßig überprüft und je nach Lage angepasst. Zu Filialschließungen kommt es nur bei entsprechend gravierenden Veränderungen an einem Standort. Wir reduzieren damit auch nicht die Leistungen für unsere Kunden, sondern bündeln sie nur an anderen Standorten mit modernerer Ausstattung wie in unseren neuen FinanzCentern.
Insgesamt können sich alle unsere Kunden darauf verlassen, dass wir auch in Zukunft ein Partner mit flächendeckendem Filial- und Leistungsnetz bleiben – aktuell mit 130 Standorten in Berlin und Brandenburg. Dabei achten wir auf eine möglichst optimale Verteilung unserer Standorte und Leistungen.
Alle Mitarbeiter bleiben an Bord
Übrigens werden im Fall von Filialschließungen bei uns keine Mitarbeiter entlassen. Sie bekommen allesamt neue Arbeitsplätze an anderen Standorten. Außerdem sind wir bemüht, die Versorgung mit SB-Automaten mindestens für die Bargeldversorgung aufrecht zu erhalten. Bis auf wenige Ausnahmen, wenn wir dafür keine Genehmigung erhalten, können wir diesen Service auch weiterhin gewährleisten.
Auch in Zukunft wird es in größeren Zeitabständen zu Filialschließungen kommen, die für einzelne Kunden Nachteile mit sich bringen. Wir bitten Sie um Verständnis für die Notwendigkeit dazu: Denn auch diese als negativ empfundenen Schritte nehmen wir im Sinne des gesamten Filialnetzes und im Sinne der Mehrheit unserer Mitglieder und Kunden vor.