Stadt, Land, Bank – aus der Welt der Berliner Volksbank

Berliner Volksbank Blog - Stadt, Land, Bank – aus der Welt der Berliner Volksbank

Glückwunsch zum 115., Potsdam!

Achtung, Geschichte! Laaangweilig! … Oder, Moment, ein Versuch: Wir sitzen hier auf einer langen Historie mit teilweise weit über einhundert Jahre alten Standorten und möchten darüber berichten, ohne Sie in den Schlaf zu wiegen.

Nehmen wir zum Beispiel unsere Filiale in Potsdam, gegründet am 7. März 1899. Das heißt: 115. Geburtstag heute! Es muss ja nicht immer ein rundes Jubiläum der Anlass sein, einmal in die Geschichte zurückzublicken.

Betritt man heute unser vor kurzem erst modernisiertes FinanzCenter, erinnert nichts mehr an die bewegte Geschichte und die teils chaotischen Zeiten, die die Genossenschaftsbank in Potsdam durchlebt hat.

Dabei ist so viel passiert, dass man Bücher darüber schreiben könnte. Da wir hier aber keinen Platz für einen Roman haben, laden wir Sie zu einer kurzen Rundreise in die Vergangenheit ein. Hier ein paar ausgewählte Etappen:

Einfache Handwerker werden Bankbesitzer

Einfache Handwerker werden Bankbesitzer

Eine der ersten Adressen im Jahr 1899, aber die von Handwerkern neu gegründete Bank verfolgt das Ziel, das Volk mit Krediten zu versorgen, also Handwerk, Mittelstand, Gewerbe und andere – nach wie vor und auch in Zukunft eine der wichtigsten Aufgaben einer Genossenschaftsbank.

Eintausend ... ach was, eine Milliarde Mark!

Eintausend … ach was, eine Milliarde Mark!

Bis 1923 stieg der Jahresmittelkurs des US-Dollars von 4,20 Mark auf 535 Milliarden Mark! Wie andere Banken hatte auch die Spar- und Darlehenskasse Potsdam ungeheure Geldmengen zu bewegen, die jedoch kaum etwas wert waren. An den Kassenschaltern herrschte Hochbetrieb – die Kassenhauben waren zu klein, um die Geldmengen aufzunehmen. Auch die Buchführung konnte die astronomischen Zahlen nicht mehr bewältigen. Ende 1923 gelang es, den Kurs bei 4,2 Billionen – in Ziffern: 4.200.000.000.000 – Papiermark für einen Dollar zu stabilisieren. Gewaltige Kapitalsummen waren verloren, die Bankkunden sahen sich um ihre Ersparnisse gebracht. Doch auch die Banken – unsere Genossenschaftsbank war davon nicht ausgenommen – hatten viel Vermögen und Kapitel eingebüßt. Nur kluges Wirtschaften ermöglichte ihr Überleben.

Sicher durch alle Krisen

Sicher durch alle Krisen

Wilhelmplatz 9, um 1930: Die genossenschaftliche Bank in Potsdam hat den ersten Weltkrieg und die Inflation in den 20er Jahren überstanden. Trotzdem folgt bald der nächste Schock: 1931 bricht die Bankenkrise aus. Aber schon ein Jahr nach dem “schwarzen Freitag” konnte die Bank resümieren: “… daß sich die Genossenschaft trotz der großen Wirtschaftskrise und Notverordnungen gut gehalten hat.” Eine kluge, ohne Risiko geführte Geschäftspolitik hatte sich bewährt. Ganz getreu der heute noch gültigen bodenständigen Tradition der Volksbanken.

"Grundbucheintrag 1945: Zu 100% zerstört"

“Grundbucheintrag 1945: Zu 100% zerstört”

Die Potsdamer hatten bereits Luftangriffe auf ihre Stadt erlebt. Doch was in der Nacht zum 15. April 1945 geschah, übertraf die bisherigen Schrecken um ein Vielfaches. An jenem Tag starteten von England aus hunderte Bombenflugzeuge mit Kurs auf Potsdam. Rund 1.800 Menschen kamen auf einen Schlag ums Leben. Dem Angriff fielen auch die Häuser um den Wilhelmplatz zum Opfer. Vom Gebäude der Bank war buchstäblich nichts übrig geblieben. Im Grundbuch hieß es dazu nüchtern: “Zu 100% zerstört.” Nur der Tresor “überlebte”, wenn auch arg demoliert.

High-Tech anno 1989

High-Tech anno 1989

So sah die technische Infrastruktur zur Zeit der Wiedervereinigung aus. Nicht die einzige Hürde bei der Umstellung der Bank auf die neuen Zeiten. Nach der Einheit Deutschlands stellte sich für die Potsdamer Volksbank die Frage der Fusion mit einer westlichen Bank. Es gab einige Interessenten. Der damalige Direktor, Wolfram Bürgel, entschied sich für die Bank, die den Kunden die besten Konditionen und den eigenen Mitarbeitern die größtmögliche soziale Sicherheit bot: die Berliner Volksbank.

Die "langen Kerls mal" wieder

Die “langen Kerls mal” wieder

Neue Räume 1992: Zum feierlichen Einzug am Standort Friedrich-Ebert-Straße Ecke Charlottenstraße, heute noch Sitz der Filiale, kamen sogar die “langen Kerls” vorbei; hier mit dem damaligen Vorstandsvorsitzenden Heinz-Dieter Prüske. Die “langen Kerls” bezeichnen übrigens ein im 17. Jahrhundert gegründetes, preußisches Regiment, für das ausschließlich große, also lange Kerle rekrutiert wurden.

Der genossenschaftliche Geist im heutigen Antlitz

Der genossenschaftliche Geist im heutigen Antlitz

So präsentiert sich der Standort heute. Wieder einmal gab es eine Krise und wieder einmal ist die Volksbank gut durchgekommen. Im Gegensatz zu vielen anderen Instituten mussten die Volks- und Raiffeisenbanken während der Finanzkrise nicht vom Steuerzahler gestützt oder gar gerettet werden.

Bei allen Höhen und Tiefen eine Erfolgsgeschichte

Auch wenn von der ursprünglichen Bank nicht ein einziger Ziegelstein mehr steht, lebt die Geschichte bis heute weiter; nämlich in Form unseres genossenschaftlichen Prinzips. Trotz aller Krisen können wir auch heute noch sagen, dass unsere Geschichte dank des genossenschaftlichen Prinzips auch eine Erfolgsgeschichte ist. Das Konzept ist schon fast 170 Jahre alt, aber zeitgemäßer denn je.

182.400 Euro zurück in die Region

Treue Leser wissen längst, dass uns ein Thema ganz besonders am Herzen liegt: Das VR-Gewinnsparen. Wie bei einer bekannten Süßigkeit für Kinder gibt es dort nämlich gleich drei Dinge auf einmal: Sparen, gewinnen und helfen.

Und das geht so

Ein Los gibt es für 5 Euro im Monat, davon werden 4 Euro für Sie gespart und 1 Euro als Spieleinsatz verwendet. Ein Viertel des Spieleinsatzes wird direkt für gemeinnützige Projekte in der Region reserviert. Der Rest dient zur Finanzierung der Lotterie. Dort sind monatlich Gewinne von 2,50 Euro bis zu 15.000 Euro möglich.
Zusätzlich sind für 2014 diverse Sonderverlosungen geplant:

  • 50 E-Bikes im März,
  • 10 Quads und 10 Wellness-Wochenenden im Mai,
  • 3 VW Beetle Cabrio im Juli und
  • 3 BMW X1 im Oktober.

Dezember, der schönste Monat

Die monatlichen Beiträge für die Gewinnsparlose verschwinden fast zwischen Miete, Telefonrechnung und Rundfunkbeitrag, aber im Dezember zaubern wir mit der Gutschrift der Sparbeträge ein Lächeln in die Gesichter der Gewinnsparer. Ob Weihnachtsgeschenke, KfZ-Versicherung oder andere besondere Ausgaben, das Geld kann jeder gut gebrauchen. Wer dazu noch bei der großen Sonderverlosung bis zu 50.000 Euro gewonnen hat, wird aus dem Lächeln gar nicht mehr rauskommen.
Aber auch für uns ist der Dezember ein ganz besonderer Monat, denn dann dürfen wir regionale Projekte von gemeinnützigen Vereinen unterstützen. Insgesamt konnten wir letztes Jahr 182.400 Euro an 119 Institutionen in unserer Region verteilen. Ohne unsere 12.210 Gewinnsparer wäre das nicht möglich. Herzlichen Dank!
An dieser Stelle können wir natürlich nicht alle 119 Projekte im Detail vorstellen, obwohl wir das gern würden. Wir beschränken uns auf ein paar Beispiele, die der eine oder andere Facebook-Fan vielleicht schon mitbekommen hat:

Der Verein kulturvoll engagiert sich für die kulturelle Förderung sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher.

 

Das SOS-Berufsausbildungszentrum Berlin bietet reelle Chancen für Jugendliche, junge Mütter und Alleinerziehende auf eine echte Ausbildung.

 

Fast schon Tradition: Übergabe von drei Spenden in Steglitz-Zehlendorf beim Bezirksbürgermeister. Diese Jahr mit dabei: Verein WendepunktVerein Kinderschutzengel und das Nachbarschaftshaus Wannseebahn.

 

Etwas handfestes und strahlende Kindergesichter gab es in der Mühlenau Grundschule in Berlin-Dahlem.

Na, wollen Sie jetzt auch Gewinnsparer werden?

Gute Gewinnchancen mit Sparautomatik für Sie und ein garantierter Gewinn fürs Gemeinwohl hier bei uns in Berlin und Brandenburg. Das alles ab 5 Euro im Monat. Echte Profis steigen übrigens direkt mit 10 Losen ein, denn bei fortlaufenden Endnummern ist ein Gewinn von 2,50 Euro im Monat bereits garantiert.
Gewinnsparen Sie mit! Entweder im InternetBanking oder in der Filiale Ihres Vertrauens.

Keine Experimente

Zum Auftakt eine Quizfrage: Was wäre die bessere Wahl?

a) Eine internationale Lotterie mit einem Jackpot in Höhe von 100 Mio. Euro und einer Gewinnwahrscheinlichkeit von 1 : 200 Millionen.
b) Eine nationale Lotterie mit einem Jackpot in Höhe von 15.000 Euro und einer Gewinnwahrscheinlichkeit von 1 : 2.000.

Die Lösung lautet ganz einfach: entweder oder. Das heißt, ganz wie es Ihrem Temperament entspricht. Wenn Sie risikofreudiger sind, spekulieren Sie auf einen riesigen Jackpot bei sehr großem Verlustrisiko. Sind Sie dagegen konservativer, bevorzugen Sie einen moderat hohen Jackpot mit aussichtsreicher Gewinnwahrscheinlichkeit. Die Antwort b) ist übrigens ein reales Beispiel: nämlich unser Gewinnsparen.

Kommen wir deswegen zur Lösung, auf die wir eigentlich hinauswollen: Bei einer Bank und bei Ihren Bankgeschäften möchten wir Ihnen unbedingt die bodenständigere Variante empfehlen; also zum Beispiel uns. Denn die Berliner Volksbank führt das “Volk” nicht zufällig im Namen. Das heißt: Wir befinden uns auf Augenhöhe mit unseren Kunden, Mitgliedern oder Partnern und bleiben maßvoll bei allem, was wir tun.

Bodenständigkeit ist unser Business

Man könnte auch sagen, wir lassen die Kirche im Dorf, verlieren nicht die Bodenhaftung oder sind wie der Schuster, der bei seinen Leisten bleibt. Es ist kein Zufall, dass unsere Sprache zahlreiche Redewendungen für Bodenständigkeit kennt. Man darf das als Indiz dafür werten, welche Bedeutung diese Eigenschaft hat. Das gilt insbesondere in Zeiten, in denen sich auf erschreckende Weise gezeigt, wie tief man fallen kann, wenn man allzu hochfliegende Ziele hat.

Zum Beispiel keine Provision

Dass wir dagegen auf dem Teppich bleiben, sieht konkret so aus:

  • Wo Volksbank draufsteht, ist auch Volk drin: Unsere Kunden sind ein genaues Abbild der Bevölkerung: ob Handwerker oder Student, Gewerbetreibender oder Rentner, Arbeitsloser oder Hartz IV-Empfänger, Einzelhändler oder Schüler, Bauer oder Häuslebauer und so weiter. Leute wie du und ich sind unser Klientel.
  • Was die meisten Kunden und Mitglieder nicht wissen: Unsere Berater erhalten keine direkte Provision beim Abschluss von Finanzprodukten, sondern ausschließlich ein Festgehalt. Daher entstehen keine falschen Anreize, die Kunden nicht in ihrem Sinne zu beraten. Provisionen erhält nur die Bank insgesamt.
  • Unser Förderauftrag für die regionale Wirtschaft wie Handwerk und Gewerbe besteht seit Gründung der genossenschaftlichen Banken im 19. Jahrhundert und gilt für uns auch weiterhin als Maxime. Im letzten Jahr standen wir der heimischen Wirtschaft mit einem Kreditvolumen von 6,2 Mrd. Euro zur Verfügung.
  • Wir machen nur Geschäfte, die wir auch verstehen, und mit Kunden, die wir auch kennen. Wir werden damit niemals sensationelle Gewinne erwirtschaften können, riskieren dafür aber auch niemals Kopf und Kragen. Das Ergebnis: Die Volksbanken Raiffeisenbanken mussten während der Finanzkrise nicht vom Steuerzahler subventioniert oder gar gerettet werden.
  • Während sich andere Finanzinstitute phasenweise vom Privatkundengeschäft zurückgezogen haben, um es dann wieder neu für sich zu entdecken, waren und bleiben wir immer für unsere Kunden da.
  • Was wir selbst nicht können, überlassen wir lieber anderen; und zwar unseren Partnern in der genossenschaftlichen Finanzgruppe. Dadurch können wir unseren Kunden Leistungen und Finanzprodukte preiswerter anbieten, als wenn wir diese in Eigenregie stemmen müssten.
Blauer VW Käfer

Und läuft, und läuft, und läuft … unspektakulär, aber zuverlässig. Genau wie eine Volksbank.

Der VW Käfer unter den Banken

Dank dieser Bodenständigkeit wird man als Volksbank oft mit dem legendären Volkswagen, dem VW Käfer, verglichen. Diesen Vergleich lassen wir uns gerne gefallen: Man kann mit einem VW-Käfer kein Rennen gegen einen Porsche gewinnen. Aber man kann auch nicht mit Tempo 300 aus der Kurve fliegen. Ihre Wahl!

Übrigens: Ihren persönlichen Anteil am “VW-Käfer unter den Banken” können Sie schon für 52 Euro erwerben – mit einem Mitgliedsanteil bei der Berliner Volksbank. Welche konkreten Vorteile Sie davon haben, finden Sie hier im Beitrag “Die Bank, die Ihnen mitgehört“.

Dies war der fünfte Teil unserer Serie zum Thema Genossenschaft und Bank. Es folgen weitere Beiträge, die sich mit der Historie, unserem Engagement oder auch den konkreten Vorteilen für Sie als Mitglied befassen.
Bildnachweis: © Norman Nick – Fotolia.com

Ab an die Knatter

Bevor wir Ihnen gleich eine Landpartie für Freitag, den 13., empfehlen, ein kurzer Ausflug in die Geschichte. Bei einem Blick ins Archiv staunen wir oft selbst darüber, auf welch lange Historie manche unserer Standorte zurückblicken. Zum Beispiel Kyritz an der Knatter, gegründet 1864. (Also die Bank, nicht Kyritz, denn das ist schon ein bisschen älter.)

Moment, Kyritz? In der Ost-Prignitz, auf dem Weg von Berlin nach Hamburg? Ist das nicht das “an der Knatter”? Richtig! Aber: Nein, eine Knatter gibt es gar nicht und Kyritz liegt an der Jäglitz. Das “Knatter” stammt vom Knattern einer Mühle.

Außenansicht der Filiale Kyritz

Unser Häusle in Kyritz: 100 Jahre alt und frisch restauriert.

Aber jetzt ein Wort zum Thema “Banking Marke Eigenbau”: 2013 feiert unser Standort ein besonderes Jubiläum. Vor einhundert Jahren nämlich hat sich die Bank ein eigenes Häusle gebaut, in dem heute noch unsere Kyritzer Berliner Volksbank logiert.

Gäbe es nicht Computer, Automaten und anderes modernes Gerät, könnte man meinen, man wäre in einer Filmkulisse gelandet. Denn die historischen Räume aus der Jahrhundertwende wurden aufwendig restauriert und präsentieren sich heute fast im Originalzustand von 1913, ein echtes Schmuckstück unter unseren Standorten. (Siehe Fotos unten in der Bilder-Galerie.)

Kleiner Kostümball à la 20er Jahre

Keine Sorge, unsere Kollegen vor Ort sehen sonst ganz normal aus.

Zur Feier des Jubiläums haben sich auch unsere Mitarbeiter in Schale geworfen und präsentieren sich stilecht à la goldene 20er Jahre.

Aber wir wollen jetzt nicht weiter die lange Geschichte, die Irrungen und Wirrungen während zweier Weltkriege, der Wiedervereinigung, diverser Wirtschaftskrisen usw. ausführen. Kommen wir stattdessen zu den Feierlichkeiten.

Tag der offenen Filiale

Am Freitag, dem 13. Dezember, feiert unsere historische Filiale Kyritz einen Tag der offenen Tür und wir laden Sie herzlich zu einem Besuch und anschließend zum Weihnachtsmarkt ein.

Hier das volle Programm:

  • Vormittags laden wir zu Kaffee, Sekt, Glühwein, Gebäck und deftigen Schmalzbroten.
  • Um 9:30 Uhr schmücken die Kinder der Kita “Kunterbunt” unseren Weihnachtsbaum.
  • Jeweils um 10 Uhr und um 11:30 Uhr: Führungen durch das Haus. Der ehemalige Filialleiter, Peter Hermann, von 1968 bis 1996 der Chef vor Ort, zeigt Ihnen die Räume und hat dabei viel zu erzählen. Erleben Sie Geschichte live und wandeln Sie durch alte Räume mit historischen Wandmalereien und Jugendstil-Bleifenstern bis hinauf auf den Turm des alten Gemäuers.
  • Um 13:30 Uhr begrüßen wir mit der neuen Bürgermeisterin die neuen Bürger der Stadt Kyritz.
  • Zur Eröffnung des Weihnachtsmarktes wird von 13:30 bis 13:45 Uhr ein Blaskonzert von unserem Balkon zum Besten gegeben.
  • Der Weihnachtsmann ist ab 14:30 Uhr vor Ort.
  • Die Filiale bleibt ganztägig geöffnet.

Sollten Sie am 13. Dezember zwischen Berlin und Hamburg unterwegs sein, machen Sie doch einfach einen Abstecher nach Kyritz. Oder unternehmen Sie direkt einen Ausflug ins Städtchen an der Knatter. Dieser Freitag, der 13., wird Ihnen gefallen. So kommen Sie nach Kyritz.

Wer’s nicht nach Kyritz schafft, kann unsere Bildergalerie besichtigen. Auch so kann eine moderne Bankfiliale aussehen:

Bildnachweise: Teamfoto: © Robert Plagens, alle weiteren: © Jürgen Rocholl

Das Geld bleibt hier!

Vorab eine Frage: Angenommen, eine Bank erwirtschaftet mit Ihrem Geld Gewinn. Was meinen Sie, wer entscheidet, wohin dieser Gewinn fließt? Falls Sie es nicht wissen, werden Sie staunen. Wir verraten wir es Ihnen gleich. Vorab ein Wort zur Verortung von Banken.

Kürzlich hatten wir in unseren Social-Media-Kanälen sehr kontroverse Debatten angestoßen. Zwei Punkte, die mehrmals angesprochen wurden, möchten wir kurz aufgreifen: Erstens hieß es in einigen Kommentaren sinngemäß: “Dann gehe ich eben zu einer Direktbank, weil ich keine Gebühren für mein Girokonto zahlen möchte.” Und zweitens fiel wiederholt der Vorwurf, es ginge bei uns um “Gier”, wir würden “den Hals nicht vollkriegen” und letztlich dienten die Kontoführungsgebühren ja nur dazu, “unsere Vorstandsgehälter üppig zu erhöhen”.

Vorstandsgehälter in der Regionalliga

Anscheinend ist vielen der Unterschied zwischen einer regionalen Volks- und einer international agierenden Großbank nicht bekannt. Tatsächlich spielen die Gehälter unserer Vorstände im Vergleich zu beispielsweise der Deutschen Bank im Regionalliga-Niveau. Das kann jeder in den Geschäftsberichten persönlich nachlesen und vergleichen. Und selbstverständlich haben unsere Vorstandsbezüge nichts mit Kontoführungsgebühren zu tun.

Außerdem – und jetzt kommen wir zur Antwort auf die eingangs gestellte Frage – mag natürlich jeder für sich entscheiden, bei welcher Art von Bank man Kunde sein möchte. Nur muss man wissen, dass man mit der Wahl einer Bank auch über den Verbleib des Gewinns entscheidet.

Wohin mit dem Geld?

Bei einer überregionalen Bank fließen Gewinne zum Beispiel nach Frankfurt, nach London oder noch weiter weg bis zur Wall Street. Bei einer regionalen Bank verbleibt das Geld im heimischen Wirtschaftskreislauf. Alles, was die Berliner Volksbank in Berlin und Brandenburg unternimmt und erwirtschaftet, verbleibt in der Region und fließt auch wieder in die Region: in Form von Förderungen, Krediten, Aufträgen an die hiesigen Firmen oder Unternehmenssteuern. Auch unsere Mitarbeiter zahlen Steuern und ihre Gehälter kommen als Kaufkraft wieder der Region zugute.

Denn eine Volksbank ist grundsätzlich ein rein regional operierendes Unternehmen. Dazu ein paar Fakten, Beispiele und Perspektiven:

Wir zahlen hier!

Im Jahr 2012 zum Beispiel:

  • 11,6 Mio. Euro Gewerbesteuer
  • 23 Mio. Euro Lohnsteuer
  • rund 700.000 Euro für die Förderung sozialer Projekte in der Region
  • 6,2 Mrd. Euro Kundenkreditvolumen
  • Unterstützung von 273 Existenzgründungen
Bilck nach Berlin

Immer die Region im Blick: Was die Berliner Volksbank in Berlin-Brandenburg erwirtschaftet, bleibt hier.

Berlin-Brandenburg ist unsere Welt. Hier sind wir zuhause, hier kennen wir uns auch aus. Wir wissen, was die Region bewegt. Entscheidungen werden von hier für hier getroffen. Zum Beispiel ticken andere Regionen ganz anders wie bei Städten mit starker Industrie. In Berlin-Brandenburg haben wir dagegen Tourismus, Dienstleistung, Kreativwirtschaft und weiteres. Und in allen diesen Bereichen kennen wir uns aus. Auch in der Landwirtschaft sind wir traditionell verwurzelt.

Unsere Finanzierungen dienen Unternehmen und Menschen vor Ort. Trotzdem können wir – falls es mal etwas umfangreicher oder weiter weg umgesetzt werden muss – auf unsere genossenschaftliche Familie setzen und die Leistungen überregionaler Partner wie DZ Bank, Bausparkasse Schwäbisch-Hall oder R+V Versicherungen an unsere Kunden und Mitglieder weiterreichen.

Was wir ausgeben, bleibt auch hier: Zum Beispiel in Form von Aufträgen an Unternehmen in der Region wie Gewerke, Reinigung, Büro und viele mehr. Sprich: Wir haben nicht nur Kunden aus der Region, wir sind selbst bei vielen Unternehmen in der Region Kunde.

Entsprechend unserer regionalen Verortung sind wir vor Ort auch gut vernetzt: Anstelle großer Werbekampagnen stecken wir unsere Energie in Bereiche, die unsere Region bewegen und voranbringen: von Stammtisch und Bürgerforen über Unternehmervereinigungen, Kammern, Innungen, Verbände bis hin zu Initiativen wie Bürgerbeteiligungen und Arbeitsgemeinschaften der Kieze, die wir tatkräftig unterstützen; mit Rat und Tat oder auch mit Geld.

Ein Zelt am See

Gute Aussichten: Bei uns wandert kein Geld ab in die weite Welt, sondern nützt uns allen vor Ort.

Nicht besser, aber besser für die Region

Jeder Kunde mag nach seinen eigenen Prioritäten im Detail urteilen – wir bieten Ihnen nur die lokale Perspektive als ein zusätzliches Kriterium für Ihre Auswahl an.

Sie entscheiden mit, ob das Geld in die weite Welt abfließt oder zuhause bleibt und unserer Region nützt. Oder ob es in die Hände von auf der ganzen Welt verstreuten Aktionären wandert oder als Dividende zu Berliner und Brandenburger Mitgliedern der Berliner Volksbank. Ob Ihr Geld hier vor Ort Arbeitsplätze erhält oder ob es irgendwo anders auf dem Globus Wohlstand mehrt.

Und nicht zuletzt haben Sie die Wahl zwischen zwei verschiedenen Geschäftsmodellen: die globale Bank mit Investmentsparte und teilweise hochriskanten Finanzspekulationen oder eine heimische Volksbank mit bodenständigem Regionalgeschäft.

Wenn Sie sich für die lokale Option entscheiden, bieten wir Ihnen sogar noch eine zusätzlichen Regional-Effekt: Sie können ganz einfach Mitbesitzer der Berliner Volksbank werden, siehe dazu unseren Beitrag: “Die Bank, die Ihnen mit gehört!

Dies war der vierte Teil unserer Serie zum Thema Genossenschaft und Bank. Es folgende weitere Artikel, die sich mit der Historie, unserem Engagement oder auch den konkreten Vorteilen für Sie als Mitglied befassen.
Bildnachweis: Peter Adamik

Die asoziale Bank?

“Arme subventionieren Reiche! Profit auf Kosten der Geringverdiener! Wer wenig hat, muss zahlen, und wer viel hat, dem wird gegeben!” Solche Vorwürfe hören wir derzeit von einigen Kunden. Der Auslöser dafür sind unsere neuen Kontomodelle. Überhaupt nicht neu dabei ist, dass wir Kunden mit einem monatlichen Geldeingang von unter 1.250 Euro Kontoführungsgebühren berechnen. Das praktizieren wir schon seit 2008 und das ist auch bei unseren Wettbewerbern üblich. Deswegen sind wir etwas verwundert über die teils in heftigem Tonfall vorgetragenen Anschuldigungen. Unsere Preise seien asozial, heißt es oft. Starker Tobak! Dazu möchten wir uns hier einmal erklären.

Wer hat, dem wird gegeben?

Schauen wir zunächst bei einem Schuhladen vorbei: Hier kostet ein Paar Schuhe 69 Euro. Der Schuhladen macht seinen Kunden aber ein Angebot. Wer zwei Paar kauft, kriegt ein drittes Paar zum halben Preis. Dieser Rabatt gilt für jeden Kunden; egal wie vermögend er ist.

So weit, so normal … aber, Moment! Was ist mit Kunden, die sich zwei Paar Schuhe gar nicht leisten können? Obwohl sie weniger besitzen, müssen sie insgesamt betrachtet mehr bezahlen als jemand, der sich zwei Paar leisten kann. Ist das nicht ungerecht? Anscheinend nicht. Niemand empört sich darüber. Auch erwartet niemand, dass der Schuhladen seine Ware an Geringverdiener verschenkt.

BU

Bei Schuhen kein Problem, beim Girokonto drückt der Schuh: das Rabatt-Prinzip

Girokonto, da drückt der Schuh

Ein Girokonto braucht heute jeder und daher spielt das Produkt bei Banken eine besondere Rolle: Es ist die erste Verbindung zwischen Bank und Kunde, sozusagen das „Einsteigermodell“. Allein mit einem Girokonto ist jedoch keine Bank überlebensfähig.

Dazu folgende, sicherlich für manchen überraschende Rechnung: Angenommen, wir würden nur mit dem Produkt Girokonto am Markt agieren. Alle Kosten müssten dann von den Kontoführungsgebühren gedeckt werden. Hier die stark vereinfachte Kalkulation, was das bedeuten würde: Wir nehmen nur die Personal- und Sachkosten aus unserer Bilanz 2012 und verteilen sie auf 500.000 Girokonten. Das Ergebnis: Jedes Konto müsste 47 Euro kosten! Pro Monat! Mit diesem Preis wären wir natürlich nicht marktfähig und die Berliner Volksbank wäre umgehend insolvent.

47 Euro pro Monat für ein Girokonto?!

Fazit: Girokonten wären für sich betrachtet ein hochgradig defizitäres Geschäft. Wir können sie nur kostengünstig anbieten, wenn wir mit anderen Bankleistungen wie Finanzierungen, Bausparen, Altersvorsorge, Existenzgründungen, Immobilien, Auslandsüberweisungen, Kreditkarten und vielen anderen Gewinn erwirtschaften. Das heißt, dass Kunden, die komplexere Angebote von uns nutzen, die einfacheren Girokonten damit subventionieren. Der Vorwurf “Arme subventionieren Reiche” ist daher nicht nur absurd, sondern auch schlicht falsch. Denn das Gegenteil ist der Fall. Nur wenn wir mit Kunden über 1.250 Euro ausreichend Umsatz erzielen, können wir es uns leisten, den Kunden unter 1.250 Euro ein Girokonto für nur 6 Euro Gebühren pro Monat anzubieten (bzw. 4 Euro für Mitglieder).

Und wieso ausgerechnet 1.250 Euro? Ganz einfach. Aus unserer Erfahrung und unseren Daten ist ein klarer Zusammenhang erkennbar, dass Kunden mit Geldeingang über diesem Betrag mehrere Produkte von uns nutzen. Diesen Kunden geben wir einen Rabatt über 4 Euro auf die Kontoführungsgebühren.

Apropos, was sagen eigentlich die Kunden dazu?

Unsere Ideen zu den neuen Kontomodellen haben wir im Vorfeld mit Kunden abgestimmt, um deren Erwartungen und Wünsche einzubeziehen. Dazu wurde eine Befragung mit rund fünfzig Kunden aus verschiedenen Alters-, Einkommens- und Lebensbereichen durchgeführt, die den Querschnitt unseres Kundenstamms widerspiegeln: Vom Studenten bis zum Rentner, vom Handwerker bis zum Zahnarzt, vom Alleinerziehenden bis zum Arbeitslosen sind alle Gruppen vertreten.

Das Ergebnis: Die neuen Kontomodelle wurden detailliert diskutiert. Zum Beispiel bevorzugten die Kunden, BankCard-Gebühren in einer Summe abgebucht zu bekommen. Wir hatten dagegen die monatliche Abbuchung vorgesehen, jetzt aber die Wünsche der Kunden umgesetzt. Das wichtigste Resultat aber lautet: Die besagte und seit 2008 bestehende 1.250 Euro-Marke bewerteten die Testkunden als angemessen und nachvollziehbar.

Das “Volk” in Volksbank

Wahrscheinlich werden wir den Vorwurf der Vorzugsbehandlung Besserverdienender wohl nie ganz aus der Welt schaffen können, weil der Rabatt anscheinend dem Prinzip einer “Volks”-Bank widerspricht.

Daher noch einmal zum Verständnis: Wir sind durchaus eine Bank für alle Kunden vom Arbeitslosen bis zum Millionär. Wir sind eine Volksbank, aber wir sind keine Billigbank. Wir unterhalten über 100 Standorte in Berlin und Brandenburg, beschäftigen über 2.000 Mitarbeiter und bieten unseren Kunden die volle Leistungsbreite vom Geldautomaten über Online-Banking bis zum Berater vor Ort mit zahlreichen Finanzprodukten für alle Lebenslagen. Um diese Leistungsbreite anbieten zu können, muss jeder Kunde einen Obolus beitragen. Auch wir haben, wie Ihr Bäcker um die Ecke, keine Brötchen zu verschenken.
Bildnachweis: © Africa Studio – Fotolia.com

Der heimliche Wirtschaftsboom

Was für eine Geschichte: Morgens frühstückt Erika Mustermann zuhause, dazu liest sie Zeitung. Danach checkt sie noch schnell online ihren Kontostand. Und eine Domain wollte sie ja noch reservieren für die neue Projekt-Idee. Im Büro steht heute die monatliche Steuerabrechnung mit DATEV an. Nach der Arbeit schnell noch einkaufen. Abends kommen Verwandte aus Büdingen zu Besuch. Mit denen geht’s zu einer Stadtführung. Danach zuhause noch ein Glas Wein oder Bier vor dem kleinen Kaminofen …

Finden Sie diese Geschichte auch erstaunlich uninteressant? Stimmt. Alles völlig normal und alltäglich. Warum schreiben wir dann darüber? Ganz einfach, es gibt eine Pointe in dieser Ansammlung von Alltäglichkeiten. Alles, was unsere Frau Mustermann nutzt, basiert auf Leistungen von Genossenschaften. Hier die Auflösung:

Wohnung = Wohnungsbaugenossenschaft
Frühstück mit Milch und Honig = landwirtschaftliche Genossenschaften in Brandenburg
Zeitung = die Berliner Tageszeitung “taz”
Bank = die Berliner Volksbank, ein genossenschaftliches Institut
DATEV = Deutschlands viertgrößtes Software-Unternehmen, eine Genossenschaft
Internet-Domain = DENIC, Genossenschaft zu Verwaltung der deutschen Internet-Domains
einkaufen = bei EDEKA, einer Einzelhändler-Genossenschaft
Stadtführung = bei der Vive Berlin e.G., einer Stadtführergenossenschaft
Wein = die deutschen Winzergenossenschaften produzieren jährlich etwa ein Drittel der deutschen Weine
Bier = zahlreiche regionale Biersorten verdanken ihre Existenz der genossenschaftlichen Wirtschaftsform
Kaminholz = rund 70.000 Hektar Wald werden genossenschaftlich bewirtschaftet
Strom = Ökostrom aus einer regionalen, dezentralen Energiegenossenschaft

Man könnte diese Liste beliebig fortsetzen, denn das genossenschaftliche Wirtschaftsmodell durchdringt unseren Alltag heute mehr denn je. Trotzdem oder gerade deswegen bringt es das Thema Genossenschaft im Vergleich zu beispielsweise dem täglich Auf und Ab an den Börsenkursen selten zu Schlagzeilen. Die Erfolgsgeschichte blüht eher im Verborgenen. Dabei ist die Genossenschaft DIE boomende Wirtschaftsform unseres Jahrhunderts. Beispiele gefällig?

  • Weltweit sind über 800 Millionen Menschen in über 100 Ländern Mitglied einer Genossenschaft. Tendenz stark steigend.
  • Genossenschaften schaffen weltweit mehr als 100 Millionen Arbeitsplätze, 20 Prozent mehr als internationale Großunternehmen.
  • In Deutschland hatten sich im Jahr 2005 noch elf neue Genossenschaften eingetragen. 2011 waren es schon 253. Insgesamt gibt es hierzulande fast 8.000 Genossenschaften.
  • Nur rund 4,5 Millionen Deutsche besitzen Aktien. Aber etwa 20 Millionen Menschen hierzulande sind Mitglied einer Genossenschaft.
  • Allein bei der Berliner Volksbank sind 106.333 Berliner und Brandenburger Mitglied.
BU

Zukunftsvision Holzmarkt eG (© FSKA Architekten)

Ob Musik oder Szene …

Bemerkenswert dabei ist, dass sich der Boom nicht nur in traditionell stark genossenschaftlich geprägten Branchen wie Wohnungsbau, Handel und anderen entwickelt. Im Gegenteil: Gerade in zukunftsweisenden Feldern setzen immer mehr Gründer auf das kooperative Wirtschaftsmodell. In der “Berlin Music Commission” vereinigen sich Radios, Musiklabels und Clubs. Die Szene-Legende “Bar 25″ firmiert inzwischen als Holzmarkt-Genossenschaft mit großen Plänen für ein neues Stadtareal.

… oder Energie …

Vor allem im Bereich der Energieversorgung ist viel passiert in den letzten Jahren. Zahlreiche regionale Energienetzwerke haben sich gegründet, die ihre eigene, dezentrale und nachhaltige Versorgung sicherstellen und sich von den großen Quasi-Monopolisten unabhängig machen. 2012 stieg die Zahl der Energiegenossenschaften in Deutschland auf 656, die zusammen circa 136.000 Mitglieder hatten.

… oder Sie!

Für eine Genossenschaft gibt es mehr Nischen, als man gemeinhin meint. Und: Kooperation kann jeder! Grundsätzlich braucht es nur drei Mitglieder, um eine Genossenschaft zu gründen und damit Dinge zu ermöglichen, die andere Wirtschaftsmodelle nicht leisten könnten. Sei es, das Imkerhandwerk zu fördern, sich für die Bildung in der Region zu engagieren oder Reisebüros zu etablieren, die unabhängig von Konzernen agieren.

Natürlich können Sie Ihre Bankgeschäfte ebenfalls getrost in die Hände einer Genossenschaft legen, womit wir bei der nicht ganz uneigennützigen Pointe angekommen wären. Und mehr noch: Sollten Sie selbst ein genossenschaftliches Unternehmen gründen wollen, kennen wir uns damit aus. Unsere GründerCenter für Berlin und Brandenburg stehen Ihnen dabei gerne zur Seite.

Die Bank, die Ihnen mitgehört

Nur rund 4,5 Millionen Deutsche besitzen Aktien. Aber etwa 20 Millionen Menschen hierzulande sind Mitglied einer Genossenschaft. Das entspricht rund einem Viertel der gesamten Bevölkerung. Und mehr noch: Seit Anfang des 21. Jahrhunderts erleben wir eine Renaissance des genossenschaftlichen Wirtschaftens.

Aber was hat es eigentlich mit diesem Konzept auf sich? Was macht es so attraktiv, dass rund jeder vierte Mensch in Deutschland einer Genossenschaft angehört? Und wie können Sie persönlich bei der Berliner Volksbank daran teilhaben?

Am Anfang steht die Satzung

Bereits in §2 unserer Satzung wird festgelegt, wofür wir da sind: “Zweck der Genossenschaft ist die wirtschaftliche Förderung und Betreuung der Mitglieder.” Danach folgt eine typische Auflistung von Bankdienstleistungen, mit denen die Bank diesen Zweck verfolgen soll und schlussendlich die Möglichkeit, diese Dienstleistungen auch Nichtmitgliedern anbieten zu dürfen, was bei anderen Genossenschaften nicht immer der Fall ist.

Doch was heißt das jetzt und vor allem, warum werden Menschen Mitglied einer Genossenschaft?

Was einer allein nicht schafft, das schaffen viele.

Nehmen wir als Beispiel, um das Prinzip zu illustrieren, ein Mehrfamilienhaus. Keiner der Mieter könnte es sich leisten, das ganze Haus zu kaufen. Aber wenn sich alle Bewohner des Hauses beteiligen, kann die Gemeinschaft das Haus erwerben. Damit werde alle Mitbesitzer zusammen unabhängig vom bisherigen Vermieter oder Besitzer und auch Spekulanten haben keine Einflussmöglichkeit. Ähnlich ist es bei einer genossenschaftlichen Bank. Weder wäre es sinnvoll, noch finanzierbar, ein eigenes Kreditinstitut zu besitzen. Aber man kann Teilhaber einer Bank werden, die allen Mitgliedern gehört. Das macht eine genossenschaftliche Bank unabhängig und schützt sie vor Spekulanten.

Miteinander

Während bei den meisten anderen Unternehmensformen das Kapital entscheidet, also wer mehr besitzt, hat mehr zu sagen, gilt bei Genossenschaften das Prinzip: “Ein Mitglied, eine Stimme.” Egal ob man einen, zehn oder einhundert Anteile an der Berliner Volksbank hält, jeder hat das gleiche Stimmrecht. Schon 106.333 stimmberechtigte Mitglieder verzeichnet die Berliner Volksbank heute. Sie alle zu versammeln, ist aus organisatorischen Gründen schier unmöglich. Nicht einmal das Olympiastadion und die Alte Försterei zusammen würden ausreichend Sitzplätze bieten. Daher gibt es Gremien, die verschiedene Aufgaben wahrnehmen und jeweils demokratisch gewählt werden:

  • Die Vertreterversammlung wird alle vier Jahre direkt durch die Mitglieder gewählt. Für je 200 Mitglieder gibt es einen Vertreter. Diese aktuell 531 Personen nehmen stellvertretend für alle Mitglieder deren Rechte wahr. Sie beschließen beispielsweise die Verwendung des Gewinns, Satzungsänderungen, Fusionen oder gar die Auflösung der Genossenschaft.
  • Der Aufsichtsrat hat die wichtige Aufgabe, den Vorstand zu bestellen und zu kontrollieren. Aufgrund der Größe der Berliner Volksbank ist das Gremium bei uns zur Hälfte mit Vertretern der Eigentümer, also der Mitglieder, und zur Hälfte durch Vertreter der Mitarbeiter besetzt. Die Aufsichtsräte der Eigentümerseite werden dabei von der Vertreterversammlung gewählt und können auch nur von dieser abberufen werden.
  • Der Vorstand führt die operativen Geschäfte der Genossenschaft und wird durch die Mitglieder des Aufsichtsrates bestellt. Entscheidungen, die erheblichen Einfluss auf die Genossenschaft haben, kann der Vorstand nur gemeinsam mit dem Aufsichtsrat entscheiden.

Bei uns kann ein Mitglied somit konkrete Aufgaben in der Genossenschaft wahrnehmen und sich sogar bis in den Aufsichtsrat wählen lassen.

Noch ein Bespiel gefällig, wie stark das Mitspracherecht der Mitglieder ist?

Nehmen wir mal an, es käme jemand von außen auf die Idee, die Berliner Volksbank auflösen oder kaufen zu wollen. Bei Aktiengesellschaften ist das ja nichts Neues und mit viel Geld lässt sich da einiges machen. Nicht so bei uns:

Feindliche Übernahme? Ohne uns!

Denn egal wie viele Anteile, es bleibt bei einer Stimme. Und mehr noch: Für die Auflösung oder Verschmelzung der Berliner Volksbank mit einer anderen Bank sieht die Satzung ziemlich hohe Hürden vor. Hier müssten in einer eigens hierfür einberufenen Vertreterversammlung mindestens zwei Drittel der gewählten Vertreter anwesend sein und zugleich mit 90 Prozent für den Antrag stimmen. Gegen den Willen der Mitglieder nicht zu machen. Feindliche Übernahme ausgeschlossen!

Mitprofitieren

Als Mitglied profitieren Sie in Form von Preisvorteilen bei Girokonten und ausgewählten Produkten unmittelbar vom Zweck der Genossenschaft. Zudem sind Sie mit Ihren Anteilen in Form einer Dividende an den Gewinnen der Berliner Volksbank direkt beteiligt.

Miterleben

Durch Kooperationen bieten wir unseren Mitgliedern außerdem Sport- und Kulturveranstaltungen zum Anfassen. Von Tickets für ALBA Berlin, Füchse Berlin, Hertha BSC, 1. FC Union bis hin zu exklusiven Führungen im Olympiastadion, dem Tierpark Berlin oder dem Zoo Berlin reicht das Angebot. Zudem gibt es viermal im Jahr das Mitgliedermagazin “treffpunkt” kostenlos frei Haus.

Der Genossenschaftsanteil

Schon mit einem Anteil in Höhe von 52 Euro können Sie bei uns Mitglied werden und sichern mit Ihren Anteilen das Eigenkapital unserer – Ihrer! – Bank. So können wir dauerhaft die Volksbank der Berliner und Brandenburger sein und sie mit Dienstleistungen von Zahlungsverkehr über Einlagen bis hin zu Krediten versorgen. Egal ob Privatkunde oder Firma.

Das Fazit: Wie lautet Ihr Fazit?

Aber wir möchten nicht nur mit finanziellen Vorteilen argumentieren. Die Entscheidung für eine Genossenschaft ist unterm Strich auch eine idealistische. Als Mitglied entscheiden Sie sich, ein Unternehmen zu unterstützen, das wirtschaftlich unabhängig, im Sinne seiner Mitglieder und mit Verantwortung für unsere Region agiert. Es gibt keine anonyme Konzernzentrale irgendwo in Europa, Entscheidungen werden direkt in Berlin getroffen, Gewerbe- und Lohnsteuern bleiben hier, Aufträge werden bevorzugt an Handwerker und Dienstleister aus Berlin-Brandenburg vergeben. Kurzum: Wir fühlen uns bei allem, was wir tun, der Region verbunden.

Mitglied werden ist ganz einfach: Sie sind jederzeit herzlich willkommen!

Bildnachweis: © Shana Larissa Klappert

Bargeld in Buxtehude, …

… aber keine Einzahlungen in Esslingen?

Immer mal wieder werden wir gefragt, ob man auch bei anderen Volksbanken Geld einzahlen oder am Schalter abgeben kann. Für uns Grund genug das Thema hier aufzugreifen.

1.101 kleine und große Kreditgenossenschaften

Alle Volksbanken und Raiffeisenbanken sind per se eigenständig. Entscheidungen werden vor Ort getroffen und es gibt keine gesichtslose Konzernzentrale irgendwo in Deutschland, Europa oder der Welt. Jede regionale Genossenschaftsbank hat ein eigenes, klar abgegrenztes Marktgebiet in dem sie für ihre Kunden und Mitglieder präsent ist und vor Ort Verantwortung übernimmt: In der Region, für die Region.
Dank unserer Eigenständigkeit, den Einlagen unserer Kunden und mit dem Eigenkapital von unseren Mitgliedern können wir unabhängig die Wirtschaft in Berlin und Brandenburg mit Krediten versorgen. Ganz egal, ob eine ferne Konzernzentrale an den Wirtschaftsstandort glaubt oder nicht.
Durch die Eigenständigkeit werden Ihre Konten und Daten auch nur bei uns verwaltet. Die Kollegen in Köln, München oder Hamburg können nicht auf Ihr Konto gucken und daher können Sie dort auch keine Einzahlungen oder Überweisungen vornehmen.

Zusammen geht mehr

Verbunden durch den genossenschaftlichen Grundgedanken gibt es andererseits viele Aufgaben, die wir als Gruppe zusammen deutlich besser (und günstiger) darstellen können. Man stelle sich nur vor, jeder hätte sein eigenes Rechenzentrum, seine eigene Versicherung, seinen eigene Fondsgesellschaft. Der Aufwand wäre schlichtweg nicht bezahlbar. Daher greifen auch wir auf unsere starken Partner innerhalb der genossenschaftlichen FinanzGruppe zurück. Dazu gehören beispielsweise die Bausparkasse Schwäbisch Hall, die R+V Versicherung, der IT-Dienstleister FIDUCIA AG oder der Ratenkreditspezialist TeamBank mit dem easyCredit.

Rund 19.450 Möglichkeiten

Leuchtendes Orange, entspannendes Blau und das stilisierte VR ist fast bundesweit präsent und zeigt die Verbundenheit der Volksbanken Raiffeisenbanken.
An unseren Geldautomaten hat das auch einen ganz handfesten Vorteil für Sie: Gemeinsam bilden wir das “BankCard ServiceNetz”. Bis auf die Automaten der Sylter Bank eG können Sie alle rund 19.450 Geldautomaten kostenfrei nutzen. Im Urlaub, auf der Dienstreise oder beim Familienbesuch. Damit stecken wir sowohl den CashPool mit rund 3.000 Automaten, als auch die CashGroup mit rund 9.000 Automaten locker in die Tasche.

Wir sind anders

Das ist nur ein Beispiel, an dem Sie merken, dass wir etwas anders als andere Banken sind. Was es genau mit unserer besonderen DNA namens Genossenschaft auf sich hat, wie Sie Teil der Berliner Volksbank werden können und wofür wir unsere Mitglieder brauchen erfahren Sie in unserer neuen Serie.

Bye, bye

Sommer, Sonne, Sonnenschein und ich kann es genießen. Ich liege auf der Terrasse und esse mitten in der Woche frisch gepflückte Erdbeeren, denn ich habe frei und bin seit einer Woche ganz offiziell Bankkauffrau. Aber bis dahin war es ein langer Weg.

Die letzten Monate sind wie im Flug vergangen. Lernen, lernen, lernen. Und immer die Fragen: Was kommt genau in den Prüfungen ran? Schaff ich das? Hab ich mich genug vorbereitet?
Man hat jedem von uns die Anspannung angemerkt. Jeder hat nur noch über dieses eine Thema gesprochen, alle haben sich ausgetauscht wie und was sie lernen und jeder hat seinen Tipp abgegeben was genau die Themen in unserer Prüfung sein werden. Wir lagen gar nicht so falsch.

Prüfungen Teil 1: Schriftlich

Zuerst waren die schriftlichen Prüfungen dran. Zwei Tage lang wurden vier Fächer geprüft. Die Fragen waren nach dem uns bekannten Schema aufgebaut, alles zum ankreuzen. Nur in Bankbetriebslehre gab es einen konventionellen Teil. Die Themen waren letztendlich sehr gut: Auslandszahlungsverkehr, Unternehmensanleihen und Finanzierung.
Meine Angst vor Rechnungswesen stellte sich letztlich als überflüssig raus. Ich hab’s bestanden und das ist doch die Hauptsache. :-D

Nach den schriftlichen Prüfungen war wieder ganz normales Arbeiten angesagt und das Bangen auf die Ergebnisse. Da aber noch weitere Prüfungen ausstanden, also hieß es weiter lernen. Diesmal für die Zusatzqualifikation Immobilienmanagement. Alles rund um Immobilien – vom Grundbuch bis zur Baufinanzierung – kam ran. Zum Glück hatten wir eine tolle Lehrerin, die uns unsere Nervosität genommen hat und uns sehr unterstützt hat.

Am Tag der Immo-Prüfung bekam ich die Ergebnisse der anderen schriftlichen Prüfungen und die erste Anspannung fiel ab: BESTANDEN!

Prüfungen Teil 2: Mündlich

Aber nun musste ich mich auf meinen persönlichen Horror vorbereiten: die mündliche Prüfung. Ich weiß nicht warum, aber mündliche Prüfungen konnte ich noch nie leiden. Da lass ich mich lieber 10x schriftlich testen. Aber was soll’s, ohne mündliche gibt’s eben keinen Abschluss.
Vollgepackt mit Formularen, Flyern, Prospekten und Produktinformationen der verschiedenen Produkten erschien ich am 12. Juni in der Landesbank Berlin, denn jeder Azubi hat seine mündliche Prüfung grundsätzlich bei einer anderen Bank. Drei Prüfer warteten auf mich und es ging los. Die mündliche Prüfung besteht aus einer Gesprächssituation zu einem Gebiet des Bankgeschäfts. Ich bekam zwei unterschiedliche Fälle zur Auswahl und entschied mich  für die Beratung zum Thema Baufinanzierung. Es ist alles gut gelaufen. Mit einem breiten Grinsen habe ich die Prüfungsräume verlassen.

Was die Zukunft bringt

Auf eigenen Wunsch habe ich die Berliner Volksbank nach der Ausbildung verlassen, weil ich gern direkt ein Studium anschließen möchte. Ich gehe, wie das eben meistens so ist, mit einem lachenden und einem weinenden Auge. In den letzten zwei Jahren habe ich viel gelernt, viel für mich selbst mitgenommen, tolle Menschen kennengelernt und viel gelacht. Ich wünsche allen die mit mir ausgelernt haben weiterhin alles Gute für die Zukunft.

Ich freue mich nun auf meinen nächsten Lebensabschnitt und verabschiede mich hiermit offiziell von der Berliner Volksbank. War schön bei euch!