Stadt, Land, Bank – aus der Welt der Berliner Volksbank

Leider eine dreckige Geschichte

Alle Betreiber und Nutzer von Selbstbedienungsbereichen kennen das Problem: Die begehbaren Räume mit Geld- und anderen Automaten erfreuen sich konstanter Beliebtheit als Party-Location, Toilette, Schlafplatz und nicht zuletzt Mülleimer. Der Schnappschuss aus der Vandalismus-Szene ist noch ein moderates Beispiel. Uns liegen Fotos vor, die wir Ihnen lieber nicht zeigen möchten, weil uns selbst beim Anblick dabei das Frühstück wieder hochkam.

Müll im SB-Bereich

Noch harmlos? Fragen Sie lieber nicht, was für eine Art Haufen man unter diesem Haufen vorfand.

Was kann man tun?

Tun wir nichts und belassen es dabei, hagelt es zu Recht Beschwerden von Kunden, die beim Geldabheben saubere Räume und ein sicheres Umfeld erwarten. Die einzige Lösung, das Problem vollständig in den Griff zu bekommen, wäre, neben jeden Automaten einen Wachmann zu stellen. Doch die Kosten dafür sind weder für uns, noch für unsere Mitglieder und Kunden tragbar.

Eine andere Lösung könnte sein, Geldautomaten an Häuseraußenwände zu verlegen oder dort zusätzliche zu installieren und die Vorräume von Filialen oder Selbstbedienungsstandorten zu schließen. Doch die sogenannten Außenautomaten haben auch Nachteile. Eine Sprachausgabe für sehbehinderte oder blinde Menschen ist dort wegen mangelnder Diskretion nicht möglich. Je nach Standort sinkt zudem das Sicherheitsgefühl beim Geldabheben. Darüber hinaus muss es baulich möglich und der Eigentümer muss mit dem „Loch in der Wand“ einverstanden sein.

Fazit: eine Zwickmühle

Vandalismus ist eine üble Sache, bei der wir und Sie nur die Wahl zwischen verschiedenen, kleineren Übeln haben. Die einzige für alle zufriedenstellende Lösung wäre der Verzicht auf die Sauereien. Da es vermutlich auch in Zukunft an Einsicht mangeln wird, müssen wir auf eine Mischung verschiedener Maßnahmen setzen.

Bei aktuell 30 Standorten reagieren wir auf die dort herrschenden “Vandalismus-Stoßzeiten” mit gezieltem Wachschutz und Schließzeiten in der Nacht. Jeweils zwischen 22 und 24 Uhr schließen sich die Türen und öffnen erst wieder zwischen 4 und 6 Uhr für Kunden und Nicht-Kunden, die unsere SB-Standorte und Foyers so nutzen, wie wir uns das wünschen: nämlich zum Geldabheben und nicht als Müllhalde, Partykeller oder günstige Übernachtungsmöglichkeit.

Und wer glaubt, es sei nur ein Phänomen der bekannten Party-Ecken oder „Problembezirke“, täuscht sich: Die betroffenen Filialen und Selbstbedienungsstandorte erstrecken sich vom edlen Ku’damm oder Berlin-Mitte über ruhige Bezirke wie Karlshorst bis aufs Land zum beschaulichen Kyritz oder nach Saarmund.

Sicherheit und Sauberkeit vs. Einschränkungen

Bei allen Maßnahmen wägen wir zwischen den zusätzlichen Kosten für Reinigung, Wachschutz oder Einbau eines Außenautomaten und den jeweiligen Einschränkungen für unsere Kunden ab. Für jeden Standort wurden die „kritischen“ Zeiten ermittelt und gegen die Anzahl der Kunden an den Geldautomaten abgewogen, um die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten und trotzdem Sicherheit und Sauberkeit zu gewährleisten.

Liebe Leute, Berlin ist nun wirklich nicht arm an geeigneten Locations für ausgefallene und ausufernde Partys. Unsere Bankfilialen sind dafür nun wahrlich nicht der richtige Ort. Falls Sie einen verdreckten SB-Raum vorfinden, informieren Sie uns bitte per E-Mail an service@berliner-volksbank.de und wir veranlassen eine entsprechende Reinigung. Zusätzlich werden wir alle betroffenen Standorte genauer beobachten. Wir bitten ansonsten um Ihr Verständnis.

Danke für Ihre 170.673,25 Euro

Denn Sie wissen nicht, wie viel Gutes Sie tun! Beim Gewinnsparen sind die Chancen groß, etwas zu gewinnen; sogar deutlich größer als bei den meisten Lotterien. Was viele aber gar nicht wissen: Wer garantiert gewinnt, sind gemeinnützige Vereine in der Region. Denn ein erheblicher Teil der Spieleinsätze von Gewinnsparern aus Berlin und Brandenburg wird zur Förderung von Sport, Erziehung, Bildung, Jugend und Kultur gespendet. Das waren über 170.000 Euro im letzten Jahr, die wir an 103 gemeinnützige Vereine spenden konnten.

Das Los mit Spar- und Spendenautomatik

Ein sinnvolles Präsent: Das Jahres-Geschenk-Los

Wir hatten bereits in diesem Blogbeitrag darüber berichtet, wie das Gewinnsparen funktioniert. Überzeugend sind die großen Chancen auf einen Hauptgewinn (ca. 1 : 2.000), die zahlreichen Sonderverlosungen und die schöne Bescherung kurz vor Weihnachten, wenn das übers Jahr angesparte Geld wieder ausgezahlt und aufs Konto überwiesen wird.

Aber abgesehen von den persönlichen Vorteilen für jeden einzelnen Teilnehmer liegt ein ganz wesentlicher Aspekt in der automatischen Spende: Von jedem Euro Spieleinsatz pro Los und Monat werden zur Zeit 25 Cent garantiert für gute Zwecke in Berlin und Brandenburg eingesetzt.

Das Geld bleibt hier

Dieses Prinzip entspricht auch voll und ganz dem regionalen Charakter einer genossenschaftlichen Organisation wie der Berliner Volksbank. Denn wir wirtschaften stets im Sinne der Region und alles, was wir erwirtschaften, bleibt auch in der Region. Genau in diesem Sinne werden die Einsätze von Gewinnsparern aus Berlin und Brandenburg auch an heimische Vereine weitergeleitet.

Die beschenkten Organisationen bilden das vielfältige Spektrum des sozialen Engagements ab. Ob Kinderbauernhof, Blindenhilfe, Hospizdienst: von A wie Arbeitslosenverband e.V. bis Z wie Zwergenland e.V. finden sich Stiftungen, Vereine und Initiativen aller Art, die sich für Kinder, Jugendliche, Bildung, Erziehung, Sport, Behinderte, Natur, Kieze, Kultur und vieles mehr einsetzen.

Im Januar zum Beispiel überreichten zwei FinanzCenter-Leiter und der Bezirksbürgermeister von Steglitz-Zehlendorf 5.660 Euro an drei Jugend-Initiativen im Südwesten Berlins. Um hier keinen falschen Eindruck zu erwecken: Zwar zählen Steglitz und vor allem Zehlendorf insgesamt zu den wohlhabenderen Stadtteilen Berlins, aber auch hier leben Kinder und Jugendliche aus sozial schwächeren Familien, die jede Hilfe gebrauchen können. Im Detail förderten Steglitzer und Zehlendorfer Gewinnsparer die folgenden drei Projekte:

1.830 Euro für das „MoWo“: Das Mobile Wohnzimmer für Jugendliche ist ein Projekt vom Nachbarschaftshaus Wannseebahn e.V. Das MoWo bietet Jugendlichen im Bezirk einen Treffpunkt und eine Basis für Projektideen.

1.830 Euro für das „MoCafé“: Der mobile Bus mit integriertem Café bietet Eltern und Kindern eine Begegnungsstätte. Das MoCafé der Sozialarbeit & Segeln gGmbH macht Kinder- und Jugendhilfe mobil.

2.000 Euro für „Zephir’s Streetlife“: Der Treff für Jugendliche und junge Erwachsene in Zehlendorf-Süd öffnet Räume und schafft Möglichkeiten für Freizeit und Ideen.

Gut angelegt: Gewinnsparen hilft Kindern und Jugendlichen

Mit diesen Beispielen möchten wir allen bisherigen und gerne auch künftigen Gewinnsparern einen Eindruck verschaffen, was wir mit Ihren 25 Cent pro Los und Monat ‚anstellen‘. Die vollständige Liste aller im Jahr 2012 mit Gewinnsparspenden bedachten Vereine finden Sie hier auf unserer Website.

Gewinnsparen macht Vereine mobil

Außerdem haben wir wieder fünfmal ein „VRmobil“ überreichen können, die inzwischen in Berlin unterwegs sind. Vielleicht haben Sie schon einen der kleinen Flitzer im Straßenverkehr gesehen. Jeweils ein nagelneuer VW up! ging an Gesellschaft Grenzkultur gGmbH, Lichterfelder Fußball Club Berlin 1892 e.V., Kinderhoffnung e.V., Kannste auch! e.V. und die Gesellschaft für Arbeits- und Sozialrecht e.V.

Die Übergabe fand standesgemäß in der Autostadt Wolfsburg statt

Gut für Sie, gut für Alle

Also, mitmachen lohnt sich für uns alle: Gute Gewinnchancen mit Sparautomatik für Sie und ein garantierter Gewinn fürs Gemeinwohl hier bei uns in Berlin und Brandenburg. Mit nur 1 Euro pro Monat sind Sie dabei (5 Euro pro Los, davon 4 Euro Sparbetrag, die am Jahresende zurücküberwiesen werden).

Gewinnsparen Sie mit! Hier geht’s Los!

Endspurt mit Abkürzung

Endlich ist ein Ende in Sicht. In immer größeren Schritten nähert sich nun das Finale meiner Ausbildung, das ganz anders verläuft, als ursprünglich geplant. Vorgesehen waren als Ausbildungszeit 2 ½ Jahre. Dann hätte ich im November meine Abschlussprüfung und bis dahin noch etwas Zeit. Aber wie so oft kommt es anders, als man denkt.

Denn da ich so ungeduldig bin und am liebsten gleich meine Prüfung ablegen würde, um danach zu studieren, hat sich die Volksbank etwas einfallen lassen. Wir können die Ausbildungszeit um ein halbes Jahr verkürzen! Voraussetzung dafür ist aber, dass die Vorgaben der Schule eingehalten werden. Sprich: Die Noten müssen stimmen.

Ein halbes Jahr schneller

Zum Glück habe ich mich in den letzten Jahren Berufsschule angestrengt und mein Notenschnitt lässt die Verkürzung zu. Also habe ich den dazugehörigen Antrag an meine Personalabteilung geschickt, die diesen dann an die Schule weitergeleitet hat. Es müssen ja alle zustimmen.

Schreibtisch mit Unterlagen

Gefühlt sind das viel mehr Unterlagen

Ich hoffe, das war die richtige Entscheidung. Letzte Woche habe ich zur Prüfungsvorbereitung Unterlagen bekommen. Ich dachte ja eigentlich, dass es nach der Zwischenprüfung nicht mehr schlimmer kommen kann, aber: Irrtum! Der Berg wird immer größer. Er liegt jetzt auf meinem Schreibtisch und guckt mich jeden Abend strafend an, wenn ich mich entschließe, das Lernen noch ein bisschen hinauszuzögern. Lange kann ich mir das wohl nicht mehr erlauben, denn das Verkürzen hat leider nicht nur Vorteile.

Vier harte Monate

Schließlich muss ich nicht nur früher anfangen, für die Prüfung zu lernen als meine Mit-Azubis, die im November schreiben. Ich muss auch mehr lernen. Durch das Vorziehen der Prüfung fallen bei mir vier Wochen Schulunterricht aus und den Stoff muss ich mir natürlich selbstständig zu Hause aneignen. Und da unsere Lehrer wissen, dass viele aus meiner Klasse verkürzen wollen, versuchen sie uns so viel Lernstoff wie möglich jetzt schon in den Kopf zu hämmern. Aber nicht nur das; mir geht auch ein halbes Jahr praktische Erfahrung flöten, bei der man oft noch besser für die mündliche Prüfung vorbereitet wird.

Auf zum Studium

Aber trotz der erschwerten Bedingungen denke ich, dass ich die Prüfungen schon meistern werde. Vor mir liegen jetzt vier arbeitsintensive Monate, aber die gehen auch vorbei und ich weiß ja, wofür ich es tue – um danach mit meinem Studium anfangen zu können.

Verwirrung – Warum die Knöllchen jetzt europäisch sind

Das Auto falsch geparkt, kein Parkticket gelöst oder zu schnell gefahren. Auf die folgende Post vom Polizeipräsidenten ist Verlass. Ein kurzes Murren und auf zur Bezahlung des Parktickets per Post. Doch was ist das? Sah der Überweisungsvordruck letztes Jahr nicht noch anders aus?
Drei neue Abkürzungen. Von denen hat man vielleicht schon im Rahmen einer Überweisung ins Ausland gehört, beispielsweise zur Zahlung der Miete einer Ferienwohnung in der Toskana. Aber der Polizeipräsident sitzt doch am Tempelhofer Damm, in Berlin, in Deutschland. Soll das jetzt eine Auslandsüberweisung werden? Was ist denn da passiert?

SEPA? – Wo liegt SEPA?

Die 27 EU-Staaten, die EWR-Länder Island, Liechtenstein und Norwegen sowie die Schweiz und Monaco wissen was sie wollen: Einen einheitlichen europäischen Zahlungsverkehrsraum, neudeutsch Single European Payment Area oder kurz SEPA.
Damit ist die erste Abkürzung geklärt und wir als Bank wissen was zu tun ist. EU-Richtlinen, Verordnungen und nationale Gesetze umsetzen. Mit den Details, wie es dazu kam und was bei uns alles umzustellen ist, verschonen wir Sie an dieser Stelle mal. Wir machen brav unsere Hausaufgaben und erklären Ihnen, was es Neues gibt, was geändert wird und was auf Sie zukommt.
Firmenkunden beschäftigen sich schon seit 2008 mit dem Thema und einige Privatkunden haben schon erste Erfahrungen gesammelt, sofern sie ins Ausland überweisen mussten. Die haben jetzt einen kleinen Vorteil, denn die wissen die Bedeutung der beiden anderen Abkürzungen schon. Aber diesen Informationsvorsprung wollen wir heute deutlich reduzieren.

IBAN und BIC – Nur einer kann überleben

Die Kontonummern werden europaweit vereinheitlicht und heißen nun IBAN (International Bank Account Number = Internationale Bankkontonummer) und die passenden internationalen Bankleitzahlen heißen BIC (Bank Identifier Code).
Während die beiden “Neuen” bisher nur bei Auslandsüberweisungen im SEPA-Raum nötig waren, machen sich diese Zahlen- und Buchstabenreihen jetzt auch in den teilnehmenden Ländern breit. Überweisungen, Daueraufträge und selbst Lastschriften sind vor ihnen nicht mehr sicher. Gemeinsam erobern sie die einheimischen Zahlverfahren, doch am Ende wird nur eine der beiden gewinnen.
Am Ende des geplanten Prozesses wird die gewohnte Kontonummer, Bankleitzahl und auch der BIC aussterben. Die IBAN wird als Einzige überleben.

2016, 2014 oder bereits heute?

Die nationalen Zahlverfahren enden am 1. Februar 2014. Firmenkunden müssen ihren Zahlungsverkehr bis dahin vollständig auf das neue Verfahren mit der IBAN umstellen. Für Verbraucher gibt es eine Übergangsfrist bis 2016. Soweit die Theorie; aber wer jetzt glaubt, er könne sich entspannt zurücknehmen, den holt die Praxis ganz schnell wieder ein.
Wie beispielsweise in Form der Landeshauptkasse, die mal eben die Formulare umstellt und den Parksünder gleich zweimal schockiert. Er soll zahlen, weiß aber mit dem SEPA-Überweisungsträger nix anzufangen. Dann ist die Zukunft doch schon heute da.

EU-Standardüberweisung

Wie lautet meine IBAN?

Aber keine Panik. Wir verraten Ihnen, wo wir Ihre IBAN schon “versteckt” haben. Entdecken kann man die “Neue” auf dem Kontoauszug, auf der Rückseite der BankCard oder sogar im InternetBanking.
Wenn Sie jetzt einen bewussten Blick auf Ihre IBAN werfen, bitte nicht erschrecken, sie ist ganze 22 Stellen lang!
Mit einer kleinen Eselsbrücke lässt Sie sich dennoch ganz einfach merken, denn viele Stellen kommen Ihnen garantiert bekannt vor:

DE 99 100 900 00 1234567890
Deutschland -neu- bisherige Bankleitzahl bisherige Kontonummer

Damit ist das Geheimnis gelüftet und das “Buchstaben-Ziffern-Monster” verliert den Schrecken, aber auch ein bisschen den Zauber. Wenn man den Trick kennt, ist das alles kein Hexenwerk mehr.
Die gute Nachricht für Nostalgiker: So lebt die gewohnte Kontonummer und unsere geliebte Bankleitzahl in der IBAN doch irgendwie weiter.

Und wie ist der BIC?

Unsere internationale Bankleitzahl, auch als SWIFT-Code bekannt, lautet weiterhin BEVODEBB und ist meist in direkter Nachbarschaft zur IBAN zu finden.

Das InternetBanking rechnet selbst

Die SEPA-Überweisung wurde bereits 2008 geboren und hat auch im InternetBanking Einzug gefunden. Dort kann der Nutzer direkt in der Überweisungsmaske auf die SEPA-Überweisung umstellen. Die eigene IBAN rechnet das InternetBanking ganz schnell aus und übernimmt sie ins Formular.
So können Sie auch heute schon das Knöllchen online bezahlen, ohne den Vordruck der Landeshauptkasse zur Bank zu bringen.

Mit diesen kleinen Tipps schocken Sie die neuen Vordrucke nicht mehr und auf´s Erste sind Sie damit gut gerüstet. Was sich bei Ihren Lastschriften und Daueraufträgen ändert, erläutern wir Ihnen in einem späteren Beitrag.

Für Firmenkunden bedeutet die Umstellung auf SEPA eine ganze Menge Arbeit.
Auf unserer Internetseite haben wir daher viele Informationen, Fristen und Umstellungshilfen auf einer eigenen Themenseite zusammen gestellt.

Darf’s noch ein bisschen Papierkram sein?

Häufig beklagen Kunden den steigenden bürokratischen Aufwand beim Umgang mit ihrer Bank. Das betrifft auch uns und dazu möchten wir einmal von ganzem Herzen sagen:

„Stimmt, dit nervt wirklich!“

Was viele nicht wissen: Wachsende Papierstapel und zeitaufwändigere Abwicklungen im Bankalltag sind keine Schikane unsererseits, sondern kosten uns selbst ebenfalls viel Zeit und Nerven. Die Gründe für mehr Bankbürokratie sind allerdings vielfältig und deren Sinn ist oft schwer vermittelbar. Wir haben hier einmal einen Überblick über die Sachlage sowie die Vor- und Nachteile bei den wichtigsten Prozessen zwischen Kunde und Bank zusammengestellt.

Den Impuls zu diesem Beitrag verdanken wir übrigens dem Herrn „Kasupke“ von der Berliner Morgenpost. Kasupke war so freundlich und gab uns die Erlaubnis, seine Glosse hier zu zitieren. Unsere Antwort darauf finden Sie unten am Ende dieses Beitrags. Am 13.11.2012 hieß es in „Kasupke sagt, wie es ist“ in der Morgenpost:

„… damit se meen Jeld aus der Tasche zieht.“?

„Ick bin uff eenmal n´janz bejehrter Typ – jedenfalls für meene Bank. Die sind hinta mir her wie der Teufel hinta der armen Seele. Letzte Woche hat jeden Tach ne Bankberaterin uff den Anrufbeantworter jequatscht. Ick soll janz dringend anrufen wejen meenem Konto. Bin ick natürlich erstmal erschrocken. Jedet mal, wenn ick zurückjerufen habe, war die Dame nich da, inna Besprechung oda hatte frei. Jestern hab ick se nu erreicht. Da erzählt se mir wat von Daten aktualisieren und ick soll doch ma vorbeikommen….Nachtigall, ick hör dir trapsen. Nee danke, hab ick jesacht. Von meene paar Piepen jeb íck nich noch der Bank wat ab, damit se mir meen Jeld auf der Tasche zieht.“

Warum rufen wir an? Gesetz!

Mit seiner Vermutung, die Datenaktualisierung sei ein Vorwand und die Mitarbeiterin wollte ihm Geld aus der Tasche ziehen, irrt Kasupke. Tatsächlich ist nämlich jedes Finanzinstitut laut Geldwäschegesetz dazu verpflichtet, in regelmäßigen Abständen die Kundendaten zu aktualisieren. Dazu zählt auch die Überprüfung der Adresse. Laut AGB müssten uns Kunden eigentlich über Änderungen wie eine neue Adresse auf dem Laufenden halten, aber oft vergisst man das in der Hektik eines Umzugs.
Nachteil: Unsere Berater versuchen, Sie telefonisch zu erreichen. Und wie der Fall Kasupke zeigt, sind die Mitarbeiter selbst nicht immer gleich erreichbar bei Rückrufversuch, da selbst eingebunden in Beratungsgespräche.
Vorteil: In diesem Fall zum Wohl der Allgemeinheit. Das Geldwäschegesetz dient dazu, illegale Transaktionen und insbesondere organisierte Kriminalität zu bekämpfen. Das geht mit aktualisierten und damit zutreffenden Kundendaten nun einmal besser.

Warum rufen wir noch an? Neuer Kundenstammvertrag

Hierbei handelt es sich um eine interne Angelegenheit der Berliner Volksbank. Wir stellen unseren Kundenstammvertrag auf eine kundenfreundlichere Version um, womit wir die Geschäftsbeziehung zwischen uns und unseren Kunden vereinfachen. Denn zukünftig reicht die eine Unterschrift im Kundenstammvertrag aus, um zum Beispiel bei weiteren Kontoeröffnungen nicht jedes Mal aufs Neue ein Formular ausfüllen und unterschreiben zu müssen. Für bestimmte Angebote ist außerdem ein Abschluss über unser Internetbanking möglich, sodass sogar der Weg in die Filiale entfällt.
Vorteil: Entbürokratisierung, weniger Papierkram! Sie müssen nicht mehr für jede Kontoeröffnung ein eigenes Formular unterschreiben. Und für bestimmte Abschlüsse muss man nicht einmal mehr die Filiale aufsuchen.
Nachteil: Sie müssen leider einmalig den neuen Kundenstammvertrag unterschreiben.

Papierkram, Teil 1: Kredit

Nicht erst bei Abschluss eines Kreditvertrages, sondern schon im Vorfeld bei der Einholung eines Angebotes muss die Bank über die sogenannten vorvertraglichen Informationen unterrichten. Dabei handelt es sich um eine deutsche Gesetzgebung, die auf einer EU-Richtlinie basiert und die jede Bank einhalten muss.
Vorteil: Kunden verfügen über eine einheitliche, objektive Grundlage, um die Leistungen und Angebote verschiedener Finanzinstitute zu vergleichen und zu bewerten.
Nachteil: Ein Haufen Papier!

Papierkram, Teil 2: Aktien & Co.

Und wieder ein Gesetz! Laut Wertpapierhandelsgesetz muss jede Bank die finanzielle Situation von Kunden, die Wertpapiere erwerben oder mit Aktien handeln möchten, gewissenhaft überprüfen. Dafür ist außerdem gesetzlich vorgeschrieben, dass Bankmitarbeiter bei jeder Anlageberatung ein schriftliches Protokoll aushändigen müssen. Das Protokoll muss vom Anlageberater unterzeichnet sein.
Vorteil: Mehr Sicherheit für Anleger, besserer Schutz vor Wertpapiergeschäften, die den eigenen Möglichkeiten nicht entsprechen oder zu riskant sind. Und man hat alles schriftlich: Der Kunde kann jederzeit die Inhalte des Beratungsgesprächs einsehen.
Nachteil: Bei einem Beratungsgespräch kommt man kaum unter zwei Stunden davon. Außerdem gilt es auch hier, viel Papierkram zu wälzen.

Fazit: diverse notwendige Übel

Überwiegend sind es EU-Richtlinien oder Vorgaben und daraus abgeleitete deutsche Gesetze, die uns eine Vielzahl von Vorgaben bürokratischer Art auferlegen. Dass diese Auflagen nicht zur allgemeinen Erheiterung beitragen, können wir sehr gut nachvollziehen. Auch wir würden uns etwas schlankere Abläufe wünschen, müssen uns aber aus den genannten Gründen der Sachlage beugen. Wenigstens hoffen wir, bei Ihnen für etwas mehr Verständnis gesorgt zu haben, wenn mal wieder die Bank anruft oder die eine oder andere ‚Formularschlacht‘ ansteht.

Nicht ärgern, „… jibt bestimmt nen Kaffee dazu.“

In diesem Sinne haben wir auch „Kasupke“ geantwortet. Hier unsere Replik auf dessen oben zitierte Glosse:

„Da sitz ick inna Mittachspause mit meener Stulle und les ma die Zeilen von Kasupke durch. Stimmt, denk ick bei mir. Dit nervt wirklich. Sojar mich und ick sitz auf der anderen Seite vom Telefon und versuch meene Kunden zu kriegen. Wejen der Daten, die wa aktualisieren sollen. Denn von wollen kann jar keene Rede sein. Will der Jesetzjeber so. Ständig neue Vorschriften und zack – sind Verträge nich mehr aktuell. Irjendwat fehlt imma. Mal die Einwilljung, det wa unseren Kunden überhaupt anrufen dürfen, mal darf nicht allet uff eenem Zettel stehen. Zum heulen. Bei der janzen Regulatorik kommt man als jeplagter Banker jar nich mehr dazu, nach den paar Piepen der Kunden zu fragen, jeschweige denn, wat sinnvolles damit anzufangen. Also lieber Kasupke, jehn se einfach mal zu ihrer Beraterin – passiert schon nix und jibt bestimmt nen Kaffee dazu.“

Bildnachweis: © Eiskönig – Fotolia.com

Halbzeit ist Zwischenprüfungszeit

Huch, schon liegt mehr als die Hälfte meiner Ausbildungszeit hinter mir! Dafür war natürlich die Zwischenprüfung fällig. Am 26. September musste ich mich mit tausenden anderen kaufmännischen Auszubildenden prüfen lassen.

Lernen am Strand?

Schon im Sommer hatten wir einen dicken Stapel Blätter zur Prüfungsvorbereitung von unserer Ausbildungsabteilung erhalten. Dort wurde uns gezeigt, wie die Aufgaben gestellt werden und worauf wir achten müssen. Damit hatten wir erst mal genug Material zum Üben.

Das taten wir natürlich auch alle fleißig. Ich hatte jedoch erst einmal zwei wohlverdiente Wochen Urlaub. Meine Prüfungsunterlagen habe ich trotzdem mitgenommen. Ich dachte, wenn ich ausgeruht am Strand liege, kann ich dort auch mal reingucken. Pustekuchen! Das ließ ich dann natürlich doch bleiben.

Aber da es zwischendurch drei Tage regnete, habe ich doch mal reingelesen, um zu sehen, was von mir verlangt wird. Eine ganze Menge! Alles rund um das Bankwesen und noch einige Fragen zum Allgemeinwissen.

Wissen Sie die Antwort?

Hier zum Beispiel eine Frage aus unseren Prüfungsaufgaben: Welche der folgenden Maßnahmen schlagen Sie vor, um den betrieblichen Energieverbrauch zu senken?

  1. Verwendung von Produkten mit Umweltschutzsiegel
  2. Anbringen von computergesteuerten Thermostaten zur Regelung der Raumtemperatur in allen Räumen
  3. Spendensammlung zugunsten von Umweltschutzorganisationen auf der Weihnachtsfeier
  4. Umstellung von Mehrweg- auf Einwegflaschen im Kantinenbereich
  5. Verwendung von kostengünstigen Papiersorten

Mir schien Lösung 2 am plausibelsten. Und welche Maßnahme würden Sie vorschlagen? Die richtige Antwort verrate ich Ihnen am Ende dieses Beitrags.

Bitte, lieber Lehrer!

Da wir einige Fragen noch gar nicht in der Schule behandelt hatten, haben wir natürlich auch dort nachgefragt, ob die Lehrer uns weiterhelfen können. Leider sind wir anfangs auf ein wenig Ablehnung gestoßen, da die Zwischenprüfung in der Schule nicht gewertet wird.

Aber mit viel Charme und Überredungskunst konnten wir unsere Lehrerin für Rechnungswesen und unseren Lehrer für Wirtschaft überreden, ein paar Aufgaben mit uns durchzugehen.

Sie hatten dann doch Verständnis, dass die Zwischenprüfung für uns schon wichtig ist, da sie uns ja auf unsere Abschlussprüfung vorbereiten soll und das Ergebnis natürlich Aufschluss über die fachliche Entwicklung der Azubis gibt. Auf Seiten des Unternehmens, also bei der Berliner Volksbank, zählt die Zwischenprüfung sehr wohl.

Der große Tag

Kühlen Kopf bewahren oder kirre werden?

Man konnte das Gebäude gar nicht verfehlen. Schon in der Bahn waren deutlich mehr Leute in meinem Alter unterwegs als sonst. Als ich dann am Messegelände ausgestiegen bin, war der Bahnhof schon rappelvoll. Denn nicht nur wir als angehende Bankkaufleute, sondern auch die Veranstaltungs-, Industrie- und Immobilienkaufleute saßen mit mir im ICC-Messegelände in der Prüfung.

Ich bin sehr froh, dass ich keine Prüfungsangst habe. Wenn ich sehe, wie manche Leute deswegen unter Stress standen, fällt mir jedes Mal ein Stein vom Herzen. Die Atmosphäre dort war auch eher förderlich für Nervosität. Tausende Auszubildende, die sich gegenseitig ein letztes Mal abfragen, die Formeln durchgehen und irgendwelche Merksätze vor sich hin brabbeln … da kann man ja nur kirre werden! Daher war ich eigentlich sehr erleichtert, als es endlich losging. Da war dann wenigstens Ruhe.

Es war wie beim Abitur. Ich saß in einem riesigen Saal mit vielen Einzeltischen. Es gab einzelne Bereiche, in denen die verschiedenen Ausbildungsberufe saßen, und jeder Bereich hatte mehrere Aufseher, die kontrolliert haben, dass keiner abguckt oder schummelt.

Klack, klack, klack …

Alle waren äußerst konzentriert und ich saß grade an der vierten Aufgabe, als das klackern anfing. Eine Prüfungsteilnehmerin hatte hochhakige Schuhe an und lief damit durch den ganzen, mit Parkett ausgelegten Saal, um auf die Toilette zu gehen. Meine Konzentration war futsch. Ich konnte nur auf das regelmäßige klack-klack-klack achten. Das hat mich fast wahnsinnig gemacht.
Ich ließ also meinen Stift fallen und wartete ab, bis sie wieder an ihrem Platz war und ich weiterschreiben konnte. Zum Glück hatten wir genug Zeit.

Geliebtes Rechnungswesen

Wir hatten zwei Stunden Zeit für 54 Aufgaben. Insgesamt gab es 100 Punkte. Ich kam relativ gut durch, nur mein kleines Problemchen Rechnungswesen machte mir zu schaffen. Wie sich im Nachhinein herausstellte, habe ich mir aber in diesem Fall zu viele Sorgen gemacht.

Fünf Wochen später kamen die Ergebnisse. Der IHK-Durchschnitt aller teilgenommenen Banken beträgt 67 Punkte und ich liege mit meinen 75 Punkten zum Glück über dem Durchschnitt. Das Ergebnis ist in Ordnung für mich, aber für die Abschlussprüfung ist es noch ausbaufähig.

Heute kam dann auch noch ein Brief von meiner Ausbildungsabteilung mit dem Inhalt, dass sie mit meinem Ergebnis zufrieden sind. Das hört sich doch gut an. Wieder ein Schritt in der Ausbildung geschafft!

Zum Schluss noch die Lösung meiner „Quizfrage“: Die richtige Antwort ist Nr. 2.

Zwei Millionen in der Aktentasche und 100-jähriges Jubiläum

Strausberg 1990: Die D-Mark kommt! Aber nicht ganz reibungslos. Denn die Geldtransportunternehmen sind hoffnungslos überlastet. “Wie kriegen wir jetzt das neue Bargeld zur Filiale?“, fragen sich die Kollegen in Strausberg. Ganz einfach: Man organisiert einen bewaffneten Polizisten, fährt mit diesem im privaten Auto nach Frankfurt/Oder, holt zwei Millionen D-Mark in bar ab, verstaut sie in Aktentaschen und fährt zurück nach Strausberg. Dort deponieren die Kollegen das Geld in einem aus DDR-Zeiten stammenden Tresor im Keller der Bank, ohne zu wissen, dass dieser nur mit einem Bruchteil der Summe versichert war … und fertig ist eine kleine Wild-West-Episode aus den Zeiten der Wiedervereinigung.

„Zur Kasse, bitte!“ wie im frühen 20. Jh.

Das war nur eine von vielen Anekdoten, die sich im Laufe einer bewegten Geschichte ansammeln. In diesem Jahr feiert unsere Filiale in Strausberg ihr 100-jähriges Bestehen und bietet damit ein schönes Beispiel für die bis ins 19. Jahrhundert zurückreichende, lange Tradition der genossenschaftlichen Banken.

Kunden mit Eimern voller Geld

Wo wir heute ein modernes FinanzCenter betreiben, ging es im Laufe der Wirren der Geschichte oft recht turbulent zu. 1952 zum Beispiel kam es im Zuge der Währungs-umstellung zu einem eigenartigen Besucher-andrang in Strausberg: Die Bauern aus der Umgebung kamen mit Wassereimern vorbei, die randvoll mit Bargeld gefüllt waren und in neue Noten umgetauscht werden wollten.

Der Mann mit dem Holzbein

1952: Vorstand und Aufsichtsrat, darunter Karlheinz Griebe (stehend ganz rechts)

Ein echtes Strausberger Urgestein war über Jahrzehnte der ehemalige Direktor Karlheinz Griebe. Der hatte hier als junger Mann bis 1940 gelernt, wurde dann eingezogen, kam versehrt mit einem Holzbein aus dem Krieg zurück und leitete die Bank von den 50er Jahren bis 1984; als strenger, aber geschätzter Gründungsvater. Noch bis ins hohe Alter besuchte Karlheinz Griebe wöchentlich die Filiale, um nach „seiner Bank“ zu sehen.

„Kollektiv der sozialistischen Arbeit!“

Seit der Gründung im Jahr 1912 hat der Standort Strausberg zwei Weltkriege, diverse Währungsumstellungen, die Wiedervereinigung des geteilten Deutschlands und dazwischen das Bankgeschäft im real existierenden Sozialismus der ehemaligen DDR erlebt. Das unten abgebildete Original-Dokument aus den 70er Jahren zeigt eine Auszeichnung zum „Kollektiv der sozialistischen Arbeit!“; mitunterzeichnet vom bereits erwähnten Direktor Griebe. Wie man außerdem sieht, firmierte die Bank damals zwar unter etwas anderem Namen, trug aber wie heute die Genossenschaft im Schilde.

Zeitdokument von 1978 aus dem Alltag in der DDR – mit Ehrentitel für die Mitarbeiter in Strausberg

Im Gegensatz zu unserer Zeit erforderte das „Banking“ damals eine ziemliche Menge Handarbeit. Zum Beispiel mussten Überweisungen und andere Buchungen von den Kollegen in sogenannte Datenfernübertragungsjournale eingegeben werden, über die nur die benachbarte Sparkasse verfügte. Das heißt: Täglich mussten alle Vorgänge zur Sparkasse gebracht und dort per Hand eingepflegt werden. Jeden Morgen wurden dann die Journale wieder von der Sparkasse abgeholt.

Die Bank, die zum Kunden kommt

Zum Service in den weitgehend prädigitalen Zeiten gehörte damals wie heute der persönliche Kundenbesuch. Die Mitarbeiter der Bank waren regelmäßig unterwegs vor Ort bei den PGH (Produktionsgenossenschaften des Handwerks), wo sie zum Beispiel die Sparbücher der Angestellten per Hand aktualisierten. Heute geht es natürlich wie überall weit automatisierter zu. Die meisten der früher aufwendigen manuellen Abläufe sind längst automatisiert, so dass sich die Mitarbeiter vom FinanzCenter Strausberg intensiver den wichtigen Aufgaben in der Beratung widmen können.

In diesem Sinne wünschen wir den Kollegen vor Ort alles Gute zum runden Jubiläum und: auf die nächsten 100 Jahre!

ZasterMaster – Film ab!

So sieht’s aus, wenn bei ZasterMaster die Preisgelder fließen: hier zwei Filme von Schulprojekten, die erfolgreich bei unserem jährlichen Wettbewerb teilgenommen haben.

Die Bewerbungsfrist für den ZasterMaster 2012 läuft übrigens noch bis zum 19. Oktober. Mehr Infos dazu finden Sie im Beitrag “Gutes Geld für gute Ideen”.

Wenn Sie in Familie und Bekanntenkreis Schüler und Lehrer kennen, freuen wir uns, wenn Sie sie auf den ZasterMaster aufmerksam machen.

Streitpunkt Dispo

Nur 43 % kennen ihren Dispo-Zins, aber 80 % aller Befragten halten Dispo-Zinsen für zu hoch – das sind zwei Antworten aus der forsa-Umfrage im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Merkwürdig, dass dies nirgendwo in der Presse erschien. Den Banken Raffgier und Profitstreben vorzuwerfen ist ja auch viel einfacher und vor allem muss man sich dabei nicht mit Details beschäftigen.

Beide verursachen Kosten, nur einer bringt Geld

Um das Thema aus unserer Sicht verstehen nachvollziehen zu können, muss man wissen, dass es zwei Arten gibt:
Ungenutzte und genutzte Dispos.

Sehen Sie uns nach, dass wir hier keine vollständige Kalkulation offen legen können. Zum einen würden sich die Wettbewerber freuen und zum anderen gibt es bei uns viele Kosten, die sich nicht auf ein einzelnes Produkt runterbrechen lassen. Die Fixkosten sind einfach da und müssen von allen Produkten und Dienstleistungen mitfinanziert werden.

Einen kleinen Einblick in die direkten Kosten wollen wir ihnen trotzdem gewähren:

Kosten Erträge
ungenutzer Dispo EDV-Kosten
Eigenkapitalkosten
Vorhaltekosten
keine
genutzer Dispo Refinanzierungskosten
Risikokosten
EDV-Kosten
Eigenkapitalkosten
Zinsen

EDV-Kosten: 

Einen Dispo einräumen und laufend zu überwachen erfolgt weitgehend automatisiert. Dennoch muss der IT-Dienstleister bezahlt werden und somit fallen Kosten an, die ohne dieses Produkt nicht fällig wären.

Eigenkapitalkosten:

Jeden Kredit an Verbraucher müssen Banken mit Eigenkapital unterlegen. In unserem Fall bedeutet dies, dass ein Teil des Genossenschaftsguthabens unserer Mitglieder für einen eingeräumten Kredit beiseite gelegt werden muss. Doch warum kostet das Geld? Ganz einfach: Eigenkapital darf nur in bestimmten Anlageformen “geparkt” werden. Mit diesem Geld können wir nicht arbeiten oder es als Kredite weitergeben. Also kein Ertrag und ohne Ertrag keine angemessene Dividende, die unsere Mitglieder (zurecht) erwarten.

Vorhaltekosten:

Der Dispo ist für die Kunden super praktisch und flexibel. Ist das Limit eingeräumt, kann der Kunde ganz alleine entscheiden, wann er ihn nutzt und wann nicht. Ohne die Bank anrufen zu müssen. Ganz einfach mit der BankCard bezahlt, vom Geldautomaten rasch Bargeld geholt oder eine Überweisung getätigt. Heißt: Jeden Tag kann der Dispo in Anspruch genommen werden und wir schicken das Geld, was der Kunde nicht auf dem Konto hat, auf die Reise. Also müssen wir eine Reserve vorhalten, um dies jeden Tag gewährleisten zu können. Diese Geldreserve ist nicht langfristig angelegt und damit entstehen durch entgangene Zinsen quasi Kosten, die mit dem Produkt zusammenhängen.

Refinanzierungskosten:

Jetzt kommt das vielzitierte Argument des billigen EZB-Geldes. Die EZB hat den Leitzins auf einen historischen Tiefstand von 0,75 % gesenkt und Banken haben die Möglichkeit sich teilweise darüber zu refinanzieren. ABER: Bekommen wir das Geld von der EZB einfach so? Auf Dauer? Nein! Bei der EZB gibt es im Rahmen des Leitzins nur Geld gegen Sicherheiten, notenbankfähige Sicherheiten (z.B. Wertpapiere der Bundesrepublik Deutschland). Die Laufzeit des Standardtenders zum Leitzins beträgt dabei 14 Tage.

Kurzum, die Refinanzierung einer Bank ist leider etwas komplexer, als es in der einen oder anderen Zeitung dargestellt wird und eine Bank, die auf Dauer bestehen möchte, sollte dort sorgfältiger kalkulieren, als pauschal auf 0,75 % zu setzen.

Im Übrigen sind wir damit in der Vergangenheit gut gefahren. Wohin allzu risikoreiche, kurzfristige Refinanzierungen führen können, hat man in Deutschland am Beispiel der HypoRealEstate oder in den USA bei kurzfristigen Immobilienkrediten gesehen …

Risikokosten:

Ein Kredit beruht auf Vertrauen zwischen Bank und Kunde. Beim Dispo werden in der Regel keine Sicherheiten vereinbart. Der Kreditgeber vertraut darauf, dass der Kreditnehmer aus seinem Einkommen jederzeit den Kredit zurückzahlen kann.

Das trifft aber nicht auf alle Kreditnehmer zu. Leider weiß keiner, welcher Kunde zahlungsunfähig wird. Aus diesem Grund gibt es Risikoprämien. Aus der Erfahrung über Tausende Kunden und viele Jahre hinweg errechnen sich Wahrscheinlichkeiten, ob der Kunde in den nächsten 12 Monaten zahlungsunfähig wird. Daraus lassen sich kalkulatorische Kosten ableiten. Davon werden quasi die ausgefallenen Dispos “bezahlt”. Denn weil ein Kunde seinen Kredit nicht zurückzahlen kann, verzichtet ja die EZB nicht auf die Refinanzierung oder ein anderer Kunde auf sein Guthaben auf dem Sparkonto.

Soviel zu ein paar Kostenbestandteilen, die unmittelbar mit dem Produkt Dispo zusammenhängen.

Und die Einnahmen?

Auf dieser Seite ist der Dispo ein ganz einfaches Produkt. Wer einen hat, ihn aber nicht nutzt, zahlt nichts. Wer mit Hilfe des Dispos zeitliche Überschneidungen von Einnahmen und Ausgaben überbrückt oder kurzfristig die plötzliche Autoreparatur bezahlt, muss für den in Anspruch genommenen Betrag Zinsen zahlen. Ganz transparent und simpel. Und von diesen Zinsen können dann all die genannten Kosten beglichen werden und es bleibt noch etwas übrig. Übrigens kommen auf jeden genutzten Dispo etwa drei ungenutzte, die keine Einnahmen bringen.

Was ist Quersubventionierung?

In der Studie im Auftrag der Ministerin Ilse Aigner wurde die Vermutung geäußert, dass Banken andere Leistungen mit den Zinsen aus Dispositionskrediten subventionieren. Im Dienstleistungsbereich hat man immer eine Form der Mischkalkulation. Es gibt keine fünf oder zehn festen Mitarbeiter bei uns, die den ganzen Tag nur Dispos machen. Nicht jede Dienstleistung, die wir erbringen hat einen direkten Preis mit dem alle Kosten abgedeckt sind. Ein Beispiel: Das Lesen dieses Blog ist kostenfrei, unsere Facebook-Seite ist kostenfrei. Der Server und letztlich auch unser Gehalt muss also von anderen Einnahmen bezahlt werden. Von unseren Filialen, Mitarbeitern, Automaten usw. ganz zu schweigen.

Ein Bekenntnis und Sie haben die Wahl

Ja, Banken wollen Einnahmen generieren. Zum einen, um die genannten Kosten zu bezahlen, zum anderen um Gewinn zu erwirtschaften. Das ist der Sinn eines Unternehmens. Nur aus Gewinnen können Investitionen (wie zum Beispiel neue Geldautomaten) getätigt werden. Nur mit Gewinnen ist ein dauerhaftes Fortbestehen des Unternehmens möglich.

Streiten kann man sicher über die Höhe von Gewinnen und noch viel mehr über die Verwendung des Gewinns. Bei uns ist das ganz einfach: 25 % Rendite erwartet von uns keiner und streben wir auch nicht an. Und wohin geht der Gewinn? Ein Blick in den Geschäftsbericht 2011 zeigt es ganz genau: 13,5 Millionen Euro war der Bilanzgewinn der Berliner Volksbank, davon blieben rund 20% im Unternehmen (als Reserve für schlechte Zeiten oder zukünftige Investitionen) und rund 80%, also über 10 Millionen Euro, haben unsere Mitglieder als Dividende bekommen.

Was, Sie sind auch Mitglied? Dann haben auch Sie am Dispo mitverdient …

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Die unsichtbaren Kollegen

In meiner Ausbildung durchlaufe ich viele Bereiche der Bank, blicke mal hier bei Kollegen über die Schulter, schaue mal dort in die Prozesswelt und lerne unglaublich viel „Zeug“. Vor einiger Zeit war ich beispielsweise eine Woche in unserem KundenServiceCenter, kurz KSC. Klingt nicht so spannend? Dann blicken wir mal hinter die Kulissen.

Ein gewöhnliches Call-Center?

Keineswegs! Das KSC ist wie eine Filiale, nur am Telefon. Wer die Bank telefonisch erreichen will, landet zunächst bei unseren „unsichtbaren“ Kollegen. Werktags von 8 bis 20 Uhr sind hier 60 sogenannte Agenten im Einsatz; allesamt ausgebildete Bankkaufleute. Daher kein Vergleich zu einem gewöhnlichen Call-Center. So ist es auch kein Wunder, dass hier alle Fragen und Wünsche rund um die Kontoführung bequem und zeitsparend telefonisch geklärt werden können. Nur bei speziellen Fragen wird der Anrufer natürlich zu seinem Berater durchgestellt.

Das alles am Telefon? Na klar!

Eine KSC-Agentin bei der Arbeit.

Es ist schon erstaunlich, wie viel über das KSC erledigt wird. Allen ServiceDirekt-Kunden wird hier der volle Service zu allen Produkten und Dienstleistungen der Bank geboten. Dazu zählen beispielsweise die Überweisungen (Termin-, SEPA-, und Eilüberweisungen) und Lastschriftrückgaben. Unsere Agenten forschen nach, sperren Karten, ändern Adressen und geben Auskunft über Kontostände, Umsätze oder zum Freistellungsauftrag. Außerdem können Kunden hier ihre Wertpapierorders telefonisch tätigen. Und dann gibt es noch die „Spezialagenten“, die alle Fragen rund um das InternetBanking beantworten und die Zahlungsverkehrsprogramme und Kartenterminals für den Einzelhandel managen.

Das KSC in Zahlen

  • 60 Bankkaufleute als Agenten
  • Täglich gehen über 3.000 – 3.500 Anrufe ein
  • An besonderen Tagen (montags und zum Monatsende) sogar 5.000 Anrufe
  • Täglich gehen bis zu 200 E-Mails ein
  • In 2011 wurden über 200.000 Kundenaufträge bearbeitet

Lächeln, auch wenn es keiner sieht

Telefonieren? Das kann doch jeder. Aber hier geht es ja um Bankgeschäfte, um Geld und damit um viel Vertrauen. Und genau da fängt es an, schwierig zu werden. Denn ob wir einen Menschen sympathisch finden und ihm vertrauen können, „lesen“ wir in seiner Mimik. Der Gesichtsausdruck verrät uns viel über den Gemütszustand. Ist unser Gegenüber traurig, fröhlich, wütend, skeptisch, ängstlich oder gleichgültig? Das alles können wir in Gesichtern sehen, aber nicht am Telefon. Die Agenten müssen sich deshalb ganz anders auf die Kunden einstellen. Eine goldene Regel lautet: Lächeln, auch wenn es keiner sieht. Denn wer beim Sprechen lächelt, hebt seine Stimme und hört sich automatisch freundlich an. Versuchen Sie es selbst einmal!

Außerdem habe ich erlebt, dass es manchmal gar nicht so leicht ist, zum Beispiel älteren Kunden am Telefon Online-Banking und Internet zu erklären, wenn man nicht direkt zusammen vor dem Bildschirm sitzt. Aber mit etwas Geduld geht das schon.

Auch wenn ich selbst nur „gelauscht“ habe: In dieser Woche musste ich zusammen mit anderen Azubis jeden Tag eine Fleiß- bzw. Lernaufgabe meistern, um unseren Einblick ins KSC zu vertiefen. Was ist ein geeigneter Gesprächseinstieg in das Thema Genossenschaftsanteile? Worin unterscheiden sich mobileTAN und smartTAN? Welche Aufträge kann man über den TelefonServiceComputer, welche über das KSC auslösen? Ganz schön kompliziert!

Zum Schluss ein Betriebsgeheimnis

Kleider machen Leute, sagt ein altes Sprichwort und verliert im telefonischen Kontakt gänzlich seine Bedeutung. Obwohl ich irgendwo aufgeschnappt habe, dass man angeblich hören kann, ob der Gesprächspartner in der Leitung angezogen oder nackt ist. Aber egal. Dass Kleider jedenfalls nichts mit der Kompetenz zu tun haben, beweisen unsere unsichtbaren Kollegen (Achtung Betriebsgeheimnis: meist in zivil!) mit ihrer Beratungsqualität.