Stadt, Land, Bank – aus der Welt der Berliner Volksbank

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Für seine Ideen brennen

Konzentriertes Zuhören beim ZasterMaster

Eine Schulstunde mal anders

180 Schüler der Siegerschulen des Wettbewerbs ZasterMaster konnten in einer Doppelstunde mit n-tv Moderatorin Carola Ferstl ihr Wirtschaftsverständnis vertiefen.

Wenn man bei Google nach „Existenzgründung“ sucht, dann erscheinen zunächst die Begriffe „Arbeitsagentur“ und „Förderung“. Die „Idee“ kommt erst sehr viel später. Dabei ist doch die Idee das Wichtigste und sollte an erster Stelle stehen. Denn bei einer Existenzgründung geht es darum, etwas Einzigartiges zu tun und seinen Traum zu verwirklichen. Und genau das zeigten die beiden Unternehmer Dieter Burmester, Spezialist für hochwertige Audiosysteme, und Bob Hanning, Manager der Füchse Berlin, in der Schulstunde am 5. Dezember in der Zentrale der Berliner Volksbank.

Dann bau ich es eben selber

Dieter Burmester hatte mit 15 Jahren seine eigene Schülerband, die für ihn quasi seine erste eigene Firma war. Sie hatten Instrumente, Flyer, einen VW-Bus und ihre Auftritte – das alles musste koordiniert werden. Weil das Geld knapp war und er seine Verstärker selber bauen wollte, ließ sich Burmester zum Fernseh- und Radiotechniker ausbilden. Daran hängte er ein Ingenieursstudium. Im eigenen Büro fertigte er zunächst medizinische Geräte. Diese ausgefeilte Technik war es, die er auch in einem Hi-Fi-Gerät suchte, aber kein Hersteller konnte seinen hohen Ansprüchen gerecht werden. So baute er sich sein Gerät eben selber und gründete 1977 seine Firma. Seine Botschaft an die Schüler war: „Wenn ihr eine Idee habt, dann müsst ihr machen!“

Gemeinsam schafft ihr alles

Bei Bob Hanning war die Ausgangsbasis eine andere. 2005 stand er vor der Aufgabe, die Reinickendorfer Füchse zu übernehmen. Ein Handballverein der sowohl spielerisch als auch finanziell vor dem Aus stand. Er nahm die Herausforderung an. Es reichte aber aus seiner Sicht nicht, nur „Hütchen aufzustellen und zu trainieren“. Für ihn war klar, dass er den Verein wie ein Unternehmen sehen und leiten musste. Zunächst machte er aus dem alten Westberliner Verein den Hauptstadtclub Füchse Berlin. Sie zogen von der kleinen Turnhalle in die große Max-Schmeling-Halle um. Alle glaubten, Hanning wäre wahnsinnig. Aber er bekam die Arena voll, wenn auch mit Freikarten. Wichtig war ihm auch die Leistungsbereitschaft der Spieler und er hat ordentlich aussortiert. Er gab der Trainerrolle eine neue Bedeutung. Für ihn ist ein Trainer heute auch Manager, der neben dem fachlichen Know-how auch führen, begeistern und auch aus Niederlagen lernen muss. Wie wichtig Hanning der eigene Nachwuchs ist, verdeutlicht seine Philosophie „wir verzichten lieber auf die Champions League und stecken das Geld in die Nachwuchsarbeit, als einen Profi zu kaufen.“ Für Hanning ist das der Garant für den langfristigen Erfolg. Darüber fand er stets Menschen, die er von seinem Verein und seinen Idealen begeistern konnte und die ihn unterstützten. So bekommt er für seinen Verein kostenloses Catering, der Stadionsprecher arbeitet ehrenamtlich und sogar die Werbelinie wird seit sechs Jahren von einem der Mitbegründer von Springer & Jacobi geleistet. Das zeigt, wie viel Sponsoren bereit sind zu geben, wenn die Idee und die Motivation stimmen. Zum Ende seines Vortrags sagte er etwas, was uns Volksbankern aus dem Herzen spricht: „Alleine kriegt ihr nichts hin, gemeinsam schafft ihr alles.“

Ich hab da mal `ne Frage

Nach den spannenden Vorträgen, durften Fragen gestellt werden.

Ein fast 19-jähriger, der sein eigenes Unternehmen gründen wollte, merkte an, dass er durch seine Selbständigkeit sein Kindergeld verliert und auch aus der Krankenkasse seiner Eltern fliegt. Darauf antwortete Burmester, dass Geld nicht die richtige Motivation sein darf. Man muss für seine Idee brennen und ausdauernd sein. Der Erfolg kommt nicht über Nacht. Fleiß, harte Arbeit und eine lange Zeit der Entbehrung stehen hinter jedem erfolgreichen Unternehmer.

Ein Schüler wollte wissen, wie die Kontakte zu Zulieferern oder Sponsoren entstehen. Die Referenten waren sich einig, dass das eine Aufgabe ist, die nie aufhört. Burmester bezeichnete sich selbst als Störenfried, weil er immer die beste Qualität aber in nur kleinen Mengen haben wollte. Heute profitieren auch seine Zulieferer davon. Sie haben sich auf diesen hohen Qualitätsanspruch eingespielt und sich dadurch ebenfalls einen Namen gemacht.

Eine Schülerin erkundigte sich, ob eine Firmengründung ohne Eigenkapital möglich wäre. Die Antworten waren so unterschiedlich wie die Erfolgsgeschichten der beiden Unternehmer selbst. Während Dieter Burmester langsam gewachsen ist und kein Eigenkapital brauchte, weil alles aus eigener Kasse bezahlt wurde, hatte Bob Hanning von Anfang an große Förderer und Sponsoren im Boot.

Der Wettbewerb ZasterMaster

Die Schulstunde unter dem Motto „Wirtschaftsunterricht mal anders“ ist das zweite Modul des Wettbewerbs ZasterMaster, bei dem vor wenigen Wochen vier Berliner und sechs Brandenburger Schulen mit jeweils 10.000 Euro prämiert wurden. Sie hatten sich mit Schulprojekten beworben, die im weitesten Sinne gesellschaftspolitische Themen aufgreifen. Neben dieser Geldprämie durchlaufen die Sieger weitere Module, nach deren Ablauf der Titel „ZasterMaster“ vergeben wird.

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