Die Geschichte des lieben Geldes haben wir in unserem Blog bereits beleuchtet und heute nehmen wir uns einer verwandten Gattung an: den Wertpapieren.
Mittlerweile verläuft der Wertpapierhandel weitestgehend computergestützt. Nach dem Kauf bekommt nach von seiner Bank einen völlig sachlichen Brief, in dem bestätigt wird, dass die Aktien oder Anleihen wie gewünscht erworben worden und ins Depot eingebucht wurden. Doch das war nicht immer so …
Omas Schatzkiste auf dem Speicher
Die Geschichte von Wertpapieren reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück. Da es in der Zeit noch kein ausgebautes Finanzsystem gab, wurden die Schuld- und Eigentumsrechte an Aktiengesellschaften durch echte Dokumente aus Papier verbrieft.
Bei einigen Sammlern beginnt die Leidenschaft für historische Wertpapiere mit einem Fund auf dem Speicher. Diese Papiere haben keinen direkten materiellen Wert mehr, denn die ursprünglich mit dem Wertpapier verbundenen Eigentümer- oder Gläubigerrechte sind erloschen und somit haben sie ihr eigentliches Leben verwirkt. Doch für Sammler versprühen diese historischen Dokumente weiterhin ihren Reiz.
Bunte Wirtschaftsgeschichte
Die Geschichte anfassen zu können und somit gefühlt auch ein bisschen besitzen zu können, fasziniert viele Sammler. Denn egal ob Aktie, Anleihe und Kux (Bergwerksbeteiligung), jedes historische Wertpapier kann eine Geschichte erzählen:
Ein Stück Wirtschaftsgeschichte, manchmal auch Landesgeschichte oder Geschichten von abenteuerlichen Expeditionen in fremde Länder, dubiosen Machenschaften und skurrilen Geschäftsideen – wie etwa ein Perpetuum mobile. Auch der Bau der ersten Eisenbahnstrecke zwischen Nürnberg und Fürth 1825 oder die Errichtung der Deutschlandhalle im Jahre 1935 wurden über solche Papiere finanziert.
Spezialisierung tut Not
Alte Wertpapiere gibt es in einer sehr großen Vielfalt. Daher spezialisieren sich viele Sammler frühzeitig, da sonst die Leidenschaft uferlos werden kann. Typische Spezialgebiete sind Regionen, Branchen, Kunststile oder Epochen. Zahlreich sind die „Heimatsammler“, die nur Papiere aus ihrer Heimatregion suchen. Automobilwerte, amerikanische Eisenbahnaktien, Papiere aus der DM-Zeit, Papiere vor 1800 und Zoo-Aktien sind beliebte Sammelgebiete. Andere Liebhaber entscheiden sich auf Basis der Gestaltung der Wertpapiere für ihre Favoriten. Sie sammeln nach Kunststilen wie zum Beispiel Art Deco oder Jugendstil.
Woher nehmen und nicht stehlen?
Das Hobby ist in der Nachbarschaft der Münz- und Geldscheinsammler angesiedelt und in kleinerem Umfang auch ähnlich professionalisiert. Alte Wertpapiere für das kleine Budget kann man in zahlreichen Online-Versandhäusern und auch auf ebay erwerben. Anspruchsvolleres Material findet auf ca. 20 Auktionen jährlich, veranstaltet von renommierten Auktionshäusern, einen neuen Besitzer.
Auktion im Hause der Berliner Volksbank
Wenn Sie nun auf den Geschmack gekommen sind und sich selbst ein Bild von der Vielfältigkeit der besonderen Dokumente der Zeitgeschichte machen möchten, laden wir Sie herzlich zu der Auktion der „Freunde Historischer Wertpapiere“ am 28. Mai 2011 ein.
Auktion und Basar am 28. Mai 2011:
ab 09.30 Uhr – Besichtigung der Auktionslose
ab 11:30 Uhr – Auktion Teil I, Los 1 – 780
ab 14:00 Uhr – Kaffeepause
ab 14:30 Uhr – Auktion Teil II, Lose 781 – 1640
ab 16:30 Uhr – Internationale Tauschbörse
in der Zentrale der Berliner Volksbank eG
Budapester Straße 35
10787 Berlin
Veranstalter:
Freunde Historischer Wertpapiere
Auktionsgesellschaft
Salzbergstraße 2
38302 Wolfenbüttel
Weitere Informationen
Ein Nebeneffekt der EDV-Anlage war ihre Betriebswärme, die die Kolleginnen und Kollegen ins Schwitzen brachte. Also wurde ein Scheibenventilator ins Fenster eingebaut, der den großen Raum auf Normaltemperatur halten sollte. Doch die EDV-Anlage erwies sich als stärker. Der Ventilator ackerte gegen ihre Hitze an, bis er selbst immer dicker werdendes Eis um sich herum produzierte und schließlich darin stecken blieb. Nun nutzte man die Wärme der Anlage, um den Scheibenventilator abzutauen. Technik von vor 43 Jahren.